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  <title>Islam in Europa</title>
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  <language>de</language>
  <pubDate>Tue, 19 Aug 2008 21:41:52 +01:00</pubDate>
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    <title>Der Geist von Seidnaya</title>
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    <pubDate>Tue, 05 Aug 2008 19:42:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;In Syrien leben Christen und Muslime in gegenseitigem Respekt friedlich zusammen. Solange man sich aus der Politik heraushält, ist man frei, seinen Glauben zu leben. Angesichts der Verfolgung und Unterdrückung, der die christliche Minderheit in den Nachbarstaaten ausgesetzt ist, erscheint das Land als Oase der Ruhe.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, Juli 2008 in Syrien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.Seinaya_I_s.jpg&quot; alt=&quot;Das Kloster von Seidnaya (Cmie)&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Am Eingang des Heiligtums des &lt;a href=&quot;http://www.sacred-destinations.com/syria/seidnaya.htm&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Klosters von Seidnaya&lt;/a&gt;, eine Stunde Fahrt nördlich von Damaskus, streift man die Schuhe ab, die Frauen verbergen sich Haar und Schultern mit einem Tuch. Gerade so wie beim Betreten einer Moschee. Der niedrige Raum, allein von einigen Kerzen erhellt, liegt im Halbdunkeln, die Wände sind von Ikonen bedeckt, rauchgeschwärzt, goldschimmernd. Darunter hängen kleine Hände aus Gold geschnitten, auch Arme, Beine und andere Körperteile, für welche die Pilger Heilung erhoffen. Es sollen noch Wunder geschehen, wie zum Beweis stehen in einer Ecke Krücken und Prothesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Vor dem Heiligenbild der Jungfrau Maria brennen Kerzen und das ewige Licht. Die Schwester, ganz in schwarz gehüllt, das Haar unter einem eng geschlungenen Tuch verborgen, taucht ein Wattekügelchen ins heilige Öl, damit man sich damit bekreuzige. Das Marienbild, angeblich vom Apostel Lukas gemalt, ist dem Blick durch goldene Münzen und Medaillons verdeckt, die davor gehängt sind. Das Bild ist &lt;a href=&quot;http://www.travelintelligence.com/travel-writing/756/Africa-and-Middle-East/Syria/The-Southern-Provinces/Damascus/Seidnaya.html&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Christen und Muslimen gleichermaßen heilig&lt;/a&gt;, beide kommen sie hierher zum Gebet, um sich Heilung zu erflehen oder um Kinder zu bitten. Als die christliche Familie den Schrein verlässt, huschen zwei junge Frauen im Kopftuch herein, die im Hof gewartet haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Jeder ist frei, seinen Glauben zu leben&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.Seidnaya_II_s.jpg&quot; alt=&quot;Im Marienschrein von Seidnaya (Cmie)&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;In Syrien ist die Nähe des Islams zum christlichen Glauben noch erkennbar, ist das Christentum noch eine zutiefst orientalische Religion, sind noch viele Riten lebendig, die in Europa längst vergessen sind. Anders als in den Nachbarstaaten leben die &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2007/09/Syrien&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Konfessionen in Syrien&lt;/a&gt; in gegenseitigem Respekt dicht beieinander. Anders als in der Türkei, wo der Laizismus die Kontrolle der Religion durch den Staat bedeutet, was zur Diskriminierung aller nicht-islamischen, nicht-sunnitischen Gemeinden geführt hat, bedeutet Laizismus in Syrien, dass Christen, Alawiten und Druzen frei sind, ihren Glauben zu leben – solange er nicht mit der Politik kollidiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In Ägypten leiden die Kopten unter der zunehmenden Islamisierung der Gesellschaft, in Palästina haben die Christen dem Siedlungsdruck der Israelis weichen müssen, im Libanon sind die Maroniten nach dem jahrelangen Bürgerkrieg politisch auf dem Rückzug, im Irak sind die Christen den Bombenangriffen islamistischer Terroristen ausgesetzt. Da nimmt sich Syrien als eine Oase der Ruhe und als Modell der friedlichen Koexistenz aus. In den christlichen Vierteln von Bab Touma in Damaskus und Al Djedeida in Aleppo drängen sich die Kirchen der katholischen, orthodoxen und armenischen Glaubensrichtungen. In den Straßencafés wird Bier ausgeschenkt, die Mädchen tragen kurze Kleider.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Regime duldet keine Opposition&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.Mar_Musa_I_s.jpg&quot; alt=&quot;Das festungsartige Kloster von Mar Musa (Cmie)&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Dennoch ist und bleibt Syrien, trotz einer gewissen politischen Öffnung unter Bashar al-Assad, eine Diktatur. Nur drei Tage nach dem Besuch im Kloster von Seidnaya wird ein &lt;a href=&quot;http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/middle_east/7491422.stm&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Aufstand im nahegelegenen Gefängnis&lt;/a&gt;, in dem vor allem politische Gefangene untergebracht sind, blutig niedergeschlagen. Menschenrechtsgruppen berichten von 25 Toten, die staatlich kontrollierte Presse schweigt sich aus. Wenn es um die Macht geht, schlägt das Regime mit aller Härte zu. Das beweist nicht zuletzt der Aufstand der Muslimbrüder 1982 in Hama, den die Luftwaffe zusammen gebombt hat. Von der Opposition wurde seitdem wenig gehört.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;So repressiv die Politik, so offen die Religion: Der Großmufti von Syrien, Scheich Ahmad Badr Al Din Hassoun, hat einen christlichen Berater für den interkonfessionellen Dialog. Nach der umstrittenen Regensburger Rede hat er dem Papst einen persönlichen Brief geschrieben und sich damit an die Spitze einer Bewegung muslimischer Geistlicher gestellt, um der Konfrontation der Religionen entgegenzuwirken. Erst kürzlich hat er Benedikt XVI. &lt;a href=&quot;http://www.kathweb.at/site/database_detail_nosecurity.siteswift?so=site_database_list&amp;amp;do=site_database_list&amp;amp;c=show&amp;amp;d=database%3A20125&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;nach Damaskus eingeladen&lt;/a&gt;, das im Paulusjahr eine besondere Bedeutung hat, da der Heilige dort seine Missionstätigkeit aufgenommen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Vision einer Stadt des Dialogs&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.Mar_Musa_II_s.jpg&quot; alt=&quot;Blick von der Terrasse des Klosters auf die Ebene (Cmie)&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Dem Dialog fühlt sich auch Pater Paolo verpflichtet. Der italienische Jesuit führt das &lt;a href=&quot;https://www.deirmarmusa.org/index1.html&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Kloster von Mar Musa&lt;/a&gt;, ein festungsartiges Gebäude in den Bergen am Rande der Wüste. Seit den 1830er Jahren lag das Kloster, dessen Geschichte bis ins sechste Jahrhundert zurückgeht, verlassen. Erst 1991 hat der stämmige Mann mit der dröhnenden Stimme den Ort entdeckt und eine kleine Gemeinschaft dort in der Einsamkeit der Wüste versammelt. Zehn Mönche und Nonnen syrisch-katholischen Glaubens leben dort heute, hinzu kommen Besucher aus Syrien und aller Welt, die für einige Stunden oder Tage die Stille suchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Durch eine kaum hüfthohe Pforte betritt man das Kloster, nachdem man den gewundenen Pfad hinauf geklommen ist. Von der Terrasse blickt man auf die Ebene hinab, leer, weit und hitzeflimmernd. Womöglich aber wird es nicht mehr lange so bleiben. Denn Pater Paolo plant dort, am Fuß der Berge, ein spirituelles Zentrum, eine Stadt des interkonfessionellen Dialogs. „&lt;a href=&quot;http://www.shamspiritualoasis.org&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Sham Spiritual Oasis&lt;/a&gt;“  hat er das Projekt genannt und in einem Saal des Klosters sind die Pläne eines Architektenwettbewerbs zu sehen. Gebetsräume, Meditationshallen, Unterkünfte, Geschäfte, Parkplätze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Mancher Besucher schüttelt ungläubig den Kopf angesichts der Dimension des Projekts und auch manche der Nonnen und Mönche scheinen unsicher, was sie davon halten sollen. Vision oder Größenwahn? Ganz im Geiste von Seidnaya, würde Pater Paolo wohl erwidern.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Ein Triumph für die Hezbollah</title>
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    <pubDate>Sun, 03 Aug 2008 19:00:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Im Westen gilt die Hezbollah als terroristische Gruppierung, im Libanon sehen viele sie als Verteidiger der nationalen Unabhängigkeit. Politische Partei, militärische Gruppe, religiöse Bewegung und karitative Organisation ist die Hezbollah vieles, vor allem aber eine bedeutende Macht. Eindrücke aus dem Libanon.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, Juli 2008 im Libanon&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.P1010264_s.jpg&quot; alt=&quot;Ein Plakat Samih Kontars und der anderen vier Hezbollahkämpfer (Cmie)&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Ein Fahnenmeer in gelb und grün, ein ganzes Stadium in den Farben der Hezbollah. Zehntausende sind am Abend dieses 16. Julis in den Süden Beiruts gekommen, um den Austausch der Gefangenen zwischen Israel und dem Libanon zu feiern, Hunderttausende haben sich vor den Fernsehern eingefunden, um die Übertragung in Al Manaar, dem Sender der Partei Gottes zu verfolgen. Aus den Straßenbistros, aus den Eckläden, aus den Hotellobbys erschallen bis spät in die Nacht die Siegesreden. Kaum ein Land, da die Politik so präsent wie im Libanon, doch selbst hier ist der Gefangenenaustausch ein Ereignis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es ist ein Triumph für die Hezbollah, der weit über den Kreis der Islamisten hinaus gefeiert wird. Mehr als 1200 Toten auf libanesischer und 160 Toten auf israelischer Seite hatte der Krieg zur Befreiung der beiden im Sommer 2006 von der Hezbollah entführten israelischen Soldaten zur Folge gehabt. Die Luftangriffe der Israelis hatten die nach dem Bürgerkrieg eben erst wieder aufgebaute Infrastruktur weitgehend zerstört. Am Ende jedoch war es weder gelungen, die Hezbollah auszuschalten, noch die gefangenen Soldaten zu befreien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine bittere Niederlage für Israel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.P1010261_s.jpg&quot; alt=&quot;Nasrollah lässt grüßen: Ein Plakat des Hezbollahführers in Beirut (Cmie)&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Und nun, zwei Jahre später, ist Israel gezwungen, einem Austausch zuzustimmen, dessen Bedingungen kaum ungünstiger sein könnten. Fünf Kämpfer der Hezbollah und die Leichen von 180 im Kampf gefallener Libanesen, um am Ende zwei Särge mit den sterblichen Überresten ihrer Soldaten zu erhalten. Eine bittere Niederlage für Israel, ein großer Erfolg für die Hezbollah. Der Held des Abends ist Samih Kontar, Symbol des Widerstands für die einen, Beweis der Grausamkeit für die anderen. Heute ein gealterter Mann mit Schnauzbart.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;1978 soll er bei einem Kommandounternehmen in Israel drei Zivilisten ermordet haben, darunter ein vierjähriges Mädchen, dem er, so wird behauptet, den Schädel mit seinem Gewehr eingeschlagen hat. Er streitet alles ab, 28 Jahre hat er in Israel in Haft verbracht. Was damals geschehen ist, bereut er nicht. Auch nicht der Tod des Mädchens. Noch tagelang wird sein ausdrucksloses Gesicht auf den Bildschirmen und in den Zeitungen zu sehen sein, sein Porträt an allen Hauswänden der schiitischen Viertel Beiruts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schüsse zur Feier ihres Sieges&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.P1010263_s.jpg&quot; alt=&quot;Plakate der Hezbollah im Zentrum von Beirut (Cmie)&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Schon am Vortag hatte sich in Baalbek, der Hochburg der Hezbollah im Bekaatal, der Gefangenenaustausch angekündigt. Am halben Nachmittag hatten Schüsse die Stille zerrissen, bald hallten Gewehrsalven und Explosionen von den Bergen wider, Rauchwolken stiegen über den Dächern auf. Was wie ein Feuergefecht klang, war nur die Art der Hezbollah, ihren Sieg zu feiern. In Baalbek ist die Hezbollah überall. Auch nach dem Abzug ihrer syrischen Verbündeten im Frühjahr 2005 ist ihre Stellung ungeschwächt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Grün-gelbe Fahnen und Plakate ihrer Märtyrer hängen von allen Laternenmasten. Von den Hauswänden grüßt das bärtige Porträt Hassan Nasrollahs und selbst am Eingang des Baal-Tempels, der großen Sehenswürdigkeit der Stadt, haben die Islamisten einen Propagandastand aufgebaut. Und doch tragen die Frauen hier farbenfrohe Kopftücher anstatt der in Syrien so verbreiteten schwarzen Schleier, die Männer sind glatt rasiert, an der Straße wird offen für Heineken geworben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fest in der Hand der Hezbollah&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.P1010302_s.jpg&quot; alt=&quot;Plakate der Hezbollah im Südlibanon (Cmie)&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Wenige Tage später im Südlibanon: Ein Checkpoint der libanesischen Armee und der UN-Schutztruppe markiert den Zugang zum Grenzgebiet. Direkt davor ein Banner der Hezbollah, um den letzten Zweifel zu zerstreuen, wer hier wirklich die Kontrolle hat. Seitdem die Hezbollah nach einem jahrelangen Guerillakrieg die israelischen Besatzer und ihre Verbündeten von der South Lebanese Army (SLA) im Jahr 2000 zum Rückzug gezwungen hat, ist der Südlibanon fest in ihrer Hand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Nach dem Abzug der Besatzer hat sie zur Erinnerung an die Schreckensherrschaft in Khiam, nicht weit von der israelischen Grenze, in einem früheren Gefängnis der SLA ein Museum eingerichtet. Zehn Menschen sind in dem befestigten Lager angeblich zu Tode gefoltert worden. Heute empfängt den Besucher am Eingang ein Schild ‚The prison is open’, doch hinter dem Gittertor finden sich nichts als Haufen geborstenen Betons, verbogenen Metalls, in der Mitte des Hofes eine Reihe ausgebrannter Militärfahrzeuge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Bier statt Bart im Land der Partei Gottes&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.P1010306_s.jpg&quot; alt=&quot;Ein zerschossenes Militärfahrzeug im früheren Lager von Khiam (Cmie)&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Israel hat im Sommer 2006 den Krieg genutzt, dieses Mahnmal ihrer Schande zu beseitigen. Kaum etwas ist vom einstigen Lager geblieben, um an die Lebensbedingungen der Gefangenen zu erinnern, die hier zu acht, zu zwölft in engen Zellen wohnten, ein Loch im Fußboden als Toilette. Noch stehen einige der Bettgestelle, Laken auf den Matratzen, als hätten die Bewohner erst kürzlich den Raum verlassen, doch die Decke ist unter der Wucht der Bomben zerrissen und zersplittert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Auf dem Rückweg nach Beirut bleibt das Sharetaxi an einer Kreuzung stehen. Die Straße ist voller Menschen mit Fahnen der Hezbollah. Ein Konvoi nähert sich, vorneweg ein schwarzer Jeep, am Fenster ein bärtiger Mann, der der Menge zuwinkt. Es ist einer der fünf Kämpfer der Hezbollah, der nun in seine Heimatstadt zurückkehrt. Unbeteiligt sieht der Fahrer des Taxis dem Konvoi nach, trinkt das Bier aus, das er in Khiam am Kiosk gekauft hat, und wirft die leere Flasche auf die Straße hinaus. Libanon: Land der Widersprüche.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Die Schule der Taliban gibt sich unpolitisch</title>
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    <pubDate>Fri, 04 Jul 2008 19:25:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die Darul uloom im nordindischen Deoband ist die wichtigste islamische Gelehrtenschule Asiens. Auch die afghanischen Taliban berufen sich auf die hier gelehrte Auslegung des Islam. Seit den Terroranschlägen 2001 steht die Schule unter verschärfter Beobachtung. Ulrich von Schwerin hat ihr einen Besuch abgestattet.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-895/i.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Veroeffentlicht auf der Internetseite von Qantara. Link zur Reportage auf Qantara.de&lt;/a&gt; Artikel auch erhaeltlich auf Englisch, Tuerkisch und Arabisch.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Heiratsultimatum</title>
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    <pubDate>Tue, 24 Jun 2008 23:05:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wie viele Kinder müssen außerhalb der Ehe geboren worden sein, dass man zu einer solchen Maßnahme greift? Es muss wohl als ein Akt der Verzweifelung gelten, wenn eine der größten iranischen Gasfirmen versucht, ihre ledigen Angestellten unter Androhung der Kündigung zur Heirat zu zwingen. Eine Glosse.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 23. Juni 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es gibt Betriebe, denen ist es am liebsten, wenn ihre Beschäftigten Single sind, da sie dann ihre Arbeitskraft ganz der Maximierung des Firmengewinns widmen können, ohne von amourösen oder familiären Verpflichtungen abgelenkt zu sein. Dazu gehören etwa Beraterfirmen, die bevorzugt ihre Leute von der Uni anwerben, zu einer Zeit, da sie noch bereit sind, sich die Nächte mit Powerpoint-Präsentationen um die Ohren zu schlagen. Dann gibt es Institutionen, denen es gleichgültig ist, mit wem sich ihre Angestellten das Bett teilen, solange es kein Kollege ist, verkompliziert dies doch jede Versetzung und kann im Trennungsfall zu konzerninternen Kommunikationsstörungen führen. Dazu gehört etwa das Auswärtige Amt, wo die alle Jahre anstehende Versetzung nach Timbuktu, Taschkent oder anderswo schon schwierig genug ist, wenn sie nicht auch noch paarweise geschehen muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;All dies ist bekannt. Dass es aber Betriebe gibt, die ihre Beschäftigten unter Androhung der Kündigung zur Heirat zwingen, hat es bisher nicht gegeben. &lt;a href=&quot;http://www.news.ch/Iranische+Firma+zwingt+Angestellte+zum+Heiraten/311512/detail.htm&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Wie kürzlich bekannt wurde&lt;/a&gt;, hat im Iran eine der größten Gasfirmen des Landes ihren noch ledigen Angestellten bis Ende September Zeit gegeben, den heiligen Bund der Ehe zu schließen. Wer dann noch immer auf seiner Freiheit beharrt oder schlicht nicht fündig geworden ist, werde an die frische Luft gesetzt. Welche Zustände in der Firma geherrscht haben müssen, dass der Unternehmensleitung eine solche Maßnahme nötig schien, ist ebenso wenig bekannt, wie die Frage, ob die Firma nun ihren Angestellten das Abonnement für die Partnerbörse bezahlt, eine Singleparty veranstaltet, zum Speeddating lädt oder sie einfach sich selbst überlässt.  Eine zumindest temporäre Aufhebung des Verschleierungsgebots würde aber zweifellos den Suchenden die Findung erleichtern.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Der kalte Putsch der Richter</title>
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    <pubDate>Wed, 18 Jun 2008 00:18:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Für die türkische Regierungspartei AKP ist das Urteil des Verfassungsgerichts gegen die Zulassung des Kopftuchs an den Universitäten eine klare Kompetenzüberschreitung. Für die Richter ist es aber nur der erste Schritt zu einem Verbot der AKP - ein Schritt, der selbst in der Türkei seinesgleichen suchen würde.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 17. Juni 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.T_rkinnen_mit_Kopftuch_s.jpg&quot; alt=&quot;Sieht so eien Gefährdung der politischen Ordnung aus? Credit to: Immu/Flickr&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Lange haben sich in der Türkei die Trägerinnen des Kopftuchs des Rechts zum Besuch der Universität nicht erfreuen können. Kaum drei Monate nachdem das Parlament mit großer Mehrheit eine entsprechende Änderung der Verfassung beschlossen hatte, haben die elf Richter des Verfassungsgerichts der Klage der kemalistischen Oppositionspartei CHP statt gegeben und &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E09265CF7CEC647CE90881483AFC65205~ATpl~Ecommon~Scontent.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;die Reform kassiert&lt;/a&gt;. Mit ihrer Entscheidung hatten sie es so eilig, dass auch Tage nach dem Beschluss noch keine Begründung des Urteils vorlag. Womöglich fällt es ihnen selbst nicht ganz leicht, die Entscheidung rechtlich zu untermauern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Denn nicht nur die islamisch-konservative Regierungspartei AKP sieht in dem Urteil eine &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/17/179466/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Überschreitung der Kompetenzen des Gerichts&lt;/a&gt;. Die Richter dürften Gesetze allein nach formellen Kriterien, nicht aber auf ihren inhaltlichen Gehalt überprüfen, hält Premier Tayyip Erdogan ihnen vor. Im Februar hatten die Abgeordneten der AKP und der nationalistischen MHP die Artikel 10 und 42 der Verfassung um Zusätze ergänzt, die eine Diskriminierung bei der Inanspruchnahme staatlicher Dienstleistungen verboten und garantierten, dass niemand um das Recht auf Hochschulbildung gebracht werden dürfe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;An keiner Universität Europas ist das Kopftuch verboten&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Viele sehen in dem Urteil nun einen &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E3D36769328E243D084C84ACFB2F07387~ATpl~Ecommon~Scontent.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;ersten Schritt zum Verbot der AKP&lt;/a&gt;, der die Richter vorwerfen, die Türkei in einen islamischen Staat umwandeln und die Sharia einführen zu wollen. 70 führenden AKP-Politikern, darunter Erdogan und Präsident Abdullah Gül, soll die politische Betätigung verboten werden. Als Beweis für die islamistische Gesinnung der AKP führt die Generalstaatsanwaltschaft neben früheren Aussagen einzelner Politiker vor allem die Zulassung des Kopftuchs an. Viele Kommentatoren weisen aber auf die dürftige Beweislage hin. Es wird schon vom &lt;a href=&quot;http://www.20min.ch/news/ausland/story/13001558&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Google-Prozess&lt;/a&gt; gesprochen, weil viele Beweise aus dem Internet stammt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es ist nicht nur fraglich, welchen Sinn es in einer Demokratie macht, eine mit großer Mehrheit gewählte Partei zu verbieten, ebenso gut könnte man schließlich das Volk selbst verbieten. Auch die angeführten Argumente lassen einige Zweifel am Urteilsvermögen der  Richter zu. Sicher hat das Kopftuch in der Türkei einen großen symbolischen Wert – auch für die Trägerinnen. Doch ob Studentinnen mit Kopftuch deshalb die Vorboten der Sharia sind, darf bezweifelt werden. Nirgendwo in Europa ist an der Hochschule das Kopftuch verboten, die islamische Revolution ist trotzdem nicht ausgebrochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Den Kemalisten geht es nur um die Wahrung ihrer Macht&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Außerdem geht das Kopftuchverbot nicht auf den Republikgründer Atatürk, sondern auf das Militär zurück, das nach dem Putsch 1980 eine entsprechende Bestimmung in die Verfassung aufgenommen hat. Zu Recht kritisiert &lt;a href=&quot;http://www.dradio.de/nachrichten/200806072200/5&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Human Rights Watch&lt;/a&gt;, dass das Verbot Frauen vor die Wahl zwischen Religion und Bildung stelle. Seit Jahrzehnten sind viele gläubige Frauen vom Studium ausgeschlossen. Wenn es den Kemalisten ernst wäre mit dem Säkularismus, würden sie ihnen den Zugang erlauben. Denn was gibt es besseres gegen die „rückständige Religion“, als die aufklärerische Wirkung von Bildung?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Doch den Kemalisten geht es nicht so sehr um den Säkularismus als um die Wahrung ihrer Macht in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Verbot der AKP soll weniger die Türkei vor den finsteren Mächten des Islamismus bewahren, als den Kemalisten um die CHP ihre Position sichern. Darunter zu leiden haben nun zu allererst die Frauen mit Kopftuch. &lt;a href=&quot;http://www.rp-online.de/public/article/panorama/ausland/380640/Die-Tuerken-und-der-Papst.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Deren Zahl steigt übrigens nicht&lt;/a&gt;, wie oft behauptet. Es bedecken sich heute in der Türkei sogar weniger Frauen das Haar als früher – nur sind diese in den Städten sichtbarer, da sie sich nicht mehr wie einst in den Frauengemächern verstecken.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Ganz im Trend</title>
    <link>http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/06/11/Ganz-im-Trend</link>
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    <pubDate>Wed, 11 Jun 2008 23:18:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Mode paradox: Der Iran hat ein Einfuhrverbot für Krawatten verkündet, die ihm als Symbol der westlichen Dekadenz und als kulturfremdes Modeaccessoire zutiefst verhasst sind, indessen sich in Amerika der Verband der Krawattenhersteller gezwungen sah, sich mangels Nachfrage selbst aufzulösen. Eine Glosse.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 10. Juni 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Meist breiten sich Modeströmungen rasend schnell aus, manchmal aber entwickelt sich Mode auch ungleichzeitig oder gar entgegengesetzt. So bindet im Iran heute der Mann, wenn er sich modisch und modern geben möchte, eine Krawatte um den Hals. Selbst vor den Toren der Freitagsmoschee im Herzen des Teheraner Bazars, dem letzten Refugium der Religiösen, fand sich zeitweilig ein Stand mit den gestreift, kariert oder sonst wie gemusterten Tüchern. Und das obwohl die Krawatte dem Regime seit der Revolution als Symbol der westlichen Dekadenz ein Dorn im Auge ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um dem Modetrend endlich Einhalt zu bieten, hat die Zollbehörde nun verkündet, &lt;a href=&quot;http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/in_iran_soll_die_einfuhr_von_krawatten_verbieten_1.740134.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;die Einfuhr der unislamischen Modeartikel zu verbieten&lt;/a&gt;. Was die iranischen Sittenwächter dabei nicht ahnten: Mit der Abkehr von der Krawatte liegen sie voll im westlichen Trend: Kürzlich sah sich der &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/186/178641/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;amerikanische Verband der Krawattenhersteller zur Selbstauflösung gezwungen&lt;/a&gt;, weil der modebewusste Geschäftsmann in Amerika heute zwar Anzug trägt, aber keine Krawatte mehr. Nur noch sechs Prozent aller Männer sind einer Umfrage zufolge bereit, sich täglich im Büro den Hals zuzuschnüren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch könnte es aber eine Zukunft für die amerikanischen Krawattenproduzenten geben. Denn im Iran glaubt mancher Beobachter, dass es dem Regime mit dem Einfuhrverbot in Wahrheit weniger darum geht, das Tragen des kulturfremden konterrevolutionären Accessoires zu unterbinden, als selbst die Hand auf den lukrativen Schwarzmarkthandel zu legen. Schade nur, dass sich Washington partout jeder Verhandlung mit Teheran verweigert. Sonst wäre es vielleicht doch noch möglich, einen Deal zur Rettung des bedrohten Industriezweigs auszuhandeln.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Milli Görüs sind doch keine Islamisten</title>
    <link>http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/06/02/Spricht-Milli-Gorus-mit-gespaltener-Zunge</link>
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    <pubDate>Mon, 02 Jun 2008 09:58:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Seit langem versucht Milli Görüs sich vom Vorwurf des Extremismus zu befreien. Nun hat das Bundesverwaltungsgericht der türkischen Religionsgemeinschaft Recht gegeben und dem Verfassungsschutz untersagt, sie als islamistisch zu bezeichnen. Grund genug, sich einmal näher mit dem Verband zu befassen.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 1. Juni 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.Erbakan_Mehdimilli_Flickr_s.jpg&quot; alt=&quot;Necmettin Erbakan Credit to:mehdimilli/Flickr&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Die &lt;a href=&quot;http://www.igmg.de&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Islamische Gemeinschaft Milli Görüs&lt;/a&gt;, mit rund 27.000 Mitgliedern der zweitgrößte islamische Verband in Deutschland, darf seit vergangener Woche nicht mehr als islamistische Vereinigung bezeichnet werden. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Der Verfassungsschutz sei verpflichtet, Tatsachenbehauptungen in seinen Berichten zu belegen, oder, sollte dies aus Gründen des Quellenschutzes nicht möglich sein, diese Aussagen zu unterlassen, urteilten die Richter. Zwar hat das Gericht damit die Einschätzung nicht direkt in Zweifel gezogen, wonach Milli Görüs eine Bedrohung der Verfassung ist, doch muss man sich fragen, wie weit eine Einstufung begründet sein kann, wenn sie sich allein auf nicht näher belegbare Behauptungen stützt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Gemeinschaft_Milli_G%C3%B6r%C3%BC%C5%9F&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Milli Görüs&lt;/a&gt; ist 1995 aus einem 1972 von türkischen Migranten gegründeten Dachverband verschiedener Moscheegemeinden hervorgegangen. Ihr Name wird vielfach als „Nationale Sicht“ übersetzt, die Organisation selbst möchte es aber als &lt;a href=&quot;http://www.igmg.de/verband/was-bedeutet-milli-goerues.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;„Gemeinschaft der Sichtweise des Propheten“&lt;/a&gt; verstanden wissen. Gegründet wurde Milli Görüs von Anhängern des türkischen Politikers und zeitweiligen Premiers &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Necmettin_Erbakan&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Necmettin Erbakans&lt;/a&gt;. Dieser musste, von Justiz und Militär bedrängt, 1999 von der Regierung zurücktreten und führt, nachdem seine vorige Partei verboten wurde, die Saadet Partisi. Sein Ziel ist die Errichtung einer islamischen Staats- und Gesellschaftsordnung, allerdings hat &lt;a href=&quot;http://www.im.nrw.de/sch/588.htm#&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Erbakan&lt;/a&gt; in seiner Regierungszeit an den Grundsätzen der türkischen Politik – Laizismus und Westbindung – festgehalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fehlerhafte Übersetzungen sorgen für Kritik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Obwohl &lt;a href=&quot;http://www.im.nrw.de/sch/582.htm&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Milli Görüs&lt;/a&gt; bemüht ist, sich von ihren Wurzeln zu distanzieren, und eine direkte Verbindung zu Erbakan leugnet, rechnet der Verfassungsschutz sie weiter seiner Bewegung zu. Wiederholt hat sich die türkische Gemeinschaft vor Gericht gegen solche Behauptungen zur Wehr gesetzt – &lt;a href=&quot;http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-638/_nr-1/_p-1/i.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;und Recht erhalten&lt;/a&gt;. So wurde im November 2005 dem Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen untersagt, gewisse Vorwürfe zu wiederholen. Nicht nur damals musste der Inlandsgeheimdienst &lt;a href=&quot;http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-249/i.html?PHPSESSID=93b2c5005856c02796e52b1effa1e60d&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Ungenauigkeiten bei der Recherche&lt;/a&gt; eingestehen. Fehlerhafte Übersetzungen, falsche Zuweisungen, aus dem Kontext gerissene Zitate stießen auch in anderen Fällen auf Kritik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Noch immer fällt es dem Verfassungsschutz schwer, konkrete Belege für ihre Vorwürfe zu finden. Liest man in dem &lt;a href=&quot;http://www.verfassungsschutz-bw.de/downloads/jabe/2007/JABE2007-pf.pdf&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;aktuellen Bericht aus Baden-Württemberg&lt;/a&gt;  den 15-seitigen Abschnitt zu Milli Görüs, bleiben die Vorwürfe eher vage. Zwar belegen die aus Zeitschriften und anderen Publikationen entnommenen Zitate den Anspruch der Bewegung, die Anhänger in ihrem Glauben zu festigen, den Islam in Europa zu verbreiten und die eigene Kultur zu bewahren, um der befürchteten Assimilierung zu widerstehen, doch ein Beleg für politische Ambitionen fehlen. Zudem stammen die meisten Belege aus der Milli Gazete, einer Zeitschrift, die nicht eindeutig der Organisation zugerechnet werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zweifel an der Glaubwürdigkeit sind zulässig&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Liest man die Internetseite der Gemeinschaft, finden sich überhaupt keine Ansatzpunkte, um den Vorwurf der Verfassungsfeindlichkeit zu begründen. Sicher sind einige Ansichten sehr konservativ, aber weder in ihrer Selbstdarstellung, noch in ihrer &lt;a href=&quot;http://www.igmg.de/islam.html&quot;&gt;Islamauslegung&lt;/a&gt;, weder in ihren &lt;a href=&quot;http://www.igmg.de/verband/standpunkte.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;politischen Standpunkten&lt;/a&gt; noch in den &lt;a href=&quot;http://www.igmg.de/islam/freitagspredigt.html&quot;&gt;abgedruckten Freitagspredigten&lt;/a&gt; lassen sich die Vorwürfe der Verfassungshüter begründen. Im Gegenteil: Es finden sich Bekenntnisse zur Gleichheit der Geschlechter, zur Gewaltfreiheit, zur Integration, zur Transparenz und zum Dialog der Religionen. Ingesamt erscheint Milli Görüs auf dieser Seite als eine moderate, moderne und offene Bewegung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Alles nur Schein, sagt der Verfassungsschutz. Es herrsche ein doppelter Diskurs, denn neben der öffentlichen, lichten Seite, gebe es eine versteckte, dunkle Seite, wo das Verhältnis zu Gleichberechtigung, Demokratie oder Gewalt weit weniger eindeutig ist. So problematisch ein solcher Vorwurf grundsätzlich ist, so erscheint er im Fall von Milli Görüs nicht völlig abwegig: Gibt man im Suchfeld auf der Internetseite „Erbakan“ ein, erscheint kein einziger Treffer, obwohl Erbakan erwiesenermaßen bei der Gründung Pate stand. Wenn eine Organisation sich die Realität so zurechtbiegt, wie andere sie sehen sollen, sind schon einige Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit berechtigt.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Soldat gegen den radikalen Islam</title>
    <link>http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/05/22/Soldat-gegen-den-radikalen-Islam</link>
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    <pubDate>Thu, 22 May 2008 19:19:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der amerikanische Historiker Daniel Pipes ist keiner jener Wirrköpfe, die seit einiger Zeit im Internet ihren persönlichen Feldzug gegen den Islam führen. Durchaus kenntnisreich schreibt er über Islam und Islamismus, doch letztlich ist auch seine Sicht sehr selektiv – und zutiefst amerikanisch. Eine kurze Blattkritik seiner „Informationsseite zum Islam“.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 21. Mai 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/Daniel_Pipes_Trevino_FlickrI.jpg&quot; alt=&quot;Daniel Pipes Credit to: Trevino/Flickr&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;“The fact that majority-Muslim countries are less democratic makes it tempting to conclude that the religion of Islam, their common factor, is itself incompatible with democracy. I disagree with that conclusion. Today's Muslim predicament, rather, reflects historical circumstances more than innate features of Islam. Put differently, Islam, like all pre-modern religions is undemocratic in spirit. No less than the others, however, it has the potential to evolve in a democratic direction.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der amerikanische &lt;a href=&quot;http://www.danielpipes.org/bios/&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Publizist und Historiker Daniel Pipes&lt;/a&gt; ist keiner jener polemischen Pamphletisten, die seit einiger Zeit im Internet ihren privaten Kreuzzug gegen die angebliche Bedrohung durch den Islam führen. Der Begründer des &lt;a href=&quot;http://www.meforum.org&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Middle East Forum&lt;/a&gt;, einer neokonservativen Denkfabrik, und Autor unzähliger Artikel und zahlreicher Bücher ist ein belesener und gebildeter Mann, der an der Eliteuniversität Harvard studiert und an mehreren angesehenen Universitäten gelehrt hat, bevor er 1986 seine akademische Laufbahn zugunsten der Tätigkeit in verschiedenen Denkfabriken aufgegeben hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Während seines Studiums hat &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Daniel_Pipes&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Daniel Pipes&lt;/a&gt; sich intensiv mit der Geschichte des Nahen Ostens und der Theologie des Islam befasst. Er spricht vier Sprachen, darunter Arabisch, und hat einige Jahre im Nahen Osten verbracht. Er weiß also, worum es geht, wenn er vom Islam schreibt. Er weiß zu unterscheiden zwischen der Religion des Islam und der Ideologie des Islamismus, ebenso wie zwischen religiösen Grundsätzen und kulturellen Traditionen. Auch wenn er sich selbst martialisch als „&lt;a href=&quot;http://www.danielpipes.org/article/4326&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Soldat im Kampf gegen den radikalen Islam&lt;/a&gt;“ bezeichnet, sind seine Texte sprachlich differenziert, solide argumentiert und gut recherchiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Den Islam hält er für entwicklungsfähig&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dies beweist nicht zuletzt der oben zitierte Einstieg seines Artikels „&lt;a href=&quot;http://www.danielpipes.org/article/5517&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;A democratic Islam?&lt;/a&gt;“, in dem er sich mit der Frage auseinandersetzt, ob der Islam zur Demokratie fähig ist. Es bleibt nichts hinzuzufügen, wenn er schreibt, dass der Islam ebenso wie andere vormoderne Religionen im Wesen undemokratisch, doch zur demokratischen Entwicklung fähig ist. Er begreift den Islam als eine Religion, die dem Wandel unterworfen ist, und den Koran als eine Schrift, die abhängig vom Standpunkt verschieden ausgelegt werden kann. Einen grundsätzlichen Widerspruch zwischen Islam und Moderne erkennt er nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dennoch ist Daniel Pipes kein Liberaler. Im Gegenteil. Er zählt zu der neokonservativen Rechten, die nach dem 11/09 den Islamismus als neuen Feind entdeckt hat, den es im Nahen Osten, wie in Europa oder Amerika zu bekämpfen gilt. Wenn Pipes schreibt, dass der Islamismus undemokratisch, frauenfeindlich, diskriminierend und gewalttätig ist, so ist dem kaum zu widersprechen. Doch daraus eine grundsätzliche Bedrohung durch den Islam und die Muslime abzuleiten, die jedes Mittel zu ihrer Bekämpfung rechtfertigt, ist überaus fraglich und in ihrer Konsequenz nicht ungefährlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Europa sieht er zum Bürgerkrieg verurteilt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In einem von Kulturpessimismus und Verschwörungstheorien geprägten Artikel „&lt;a href=&quot;http://www.danielpipes.org/article/5516&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Europe or Eurabia&lt;/a&gt;“ diskutiert Pipes die Zukunft des alten Kontinents. Er formuliert drei mögliche Wege: Erstens die Machtübernahme der Muslime, die sich aufgrund ihres tieferen Glaubens, ihres größeren Selbstbewusstseins und ihrer höheren Geburtenrate durchsetzen werden. Zweitens die Auflehnung der Christen, die sich gegen die Überfremdung zur Wehr setzen und auf ihre eigenen Wurzeln besinnen. Und drittens die Koexistenz beider Gruppen, wobei er dies für unwahrscheinlich hält. Seiner Ansicht nach bleibt langfristig nur der Bürgerkrieg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Diese pessimistische Einschätzung begründet er damit, dass die Europäer „vom Islam fasziniert“ seien und ihre eigene Geschichte und Kultur nicht mehr schätzten, da sie durch ihre Schuldgefühle angesichts von Faschismus, Rassismus und Imperialismus von sich selbst entfremdet seien. Wie sollten die Muslime sich integrieren können, fragt Pipes, wenn die Europäer ihre eigene Kultur nicht achten? Eine gute Frage, wäre die Idee, dass sich Europa von seinem kulturellen Erbe abwendet, nicht so absurd. Sicher gibt es eine Tendenz zur Säkularisierung, doch ist Kultur mehr als Religion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Selbstkritik legt er als Schwäche aus&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;An keiner Stelle fragt Pipes, was denn die Gründe für die vielerorts angesprochenen sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Migranten sind. Das Erstarken des Islamismus wird als Tatsache behandelt, seine Ursache jedoch nicht hinterfragt, schon gar nicht in eigenen Fehlern gesucht, gilt Pipes doch Selbstkritik als Schwäche. Es geht ihm letztlich nicht darum, zu verstehen, sondern zu handeln. Pipes ist weniger Analytiker, als Aktivist, seine Texte sind nicht der Wahrheit, sondern der Wirkung verpflichtet. Fraglos ist Pipes einer der intelligenteren Kritiker des Islam, doch seine Sicht ist selektiv und manipulativ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;So vermittelt er in seinem Artikel „&lt;a href=&quot;http://www.danielpipes.org/article/5475&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Resisting Islamic Law&lt;/a&gt;“ durch die Aufzählung mehrerer Einzelfälle den Eindruck, die Sharia sei unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Als Beispiel für die Bedrohung zitiert er den Fall eines Blinden, dem muslimische Taxifahrer die Beförderung mit seinem Blindenhund verweigerten, da Hunde ihnen als unrein gelten. Pipes hat 15 weiterer solcher Fälle gesammelt – weltweit. Für ihn ist dies dennoch Grund genug, zum Widerstand aufzurufen, da sonst Steinigung, Beschneidung und Selbstmordattentäter drohten. Nichts weniger als der Untergang des Abendlandes also.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Politically Incorrect: Islamkritik als Programm</title>
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    <pubDate>Thu, 15 May 2008 08:04:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Im Internet hat sich eine Bloggerszene gebildet, die sich den Kampf gegen die Bedrohung durch den Islam sowie Islamismus und Islamisierung zum Ziel gesetzt hat. Als Leitmedium hat sich hier das Blog Politically Incorrect etabliert. Eine kurze Blattkritik dieses „Vorkämpfers der Meinungsfreiheit.“&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 15. Mai 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Kritisch, kontrovers und gegen den etablierten Diskurs – das &lt;a href=&quot;http://www.pi-news.net/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Blog Politically Incorrect&lt;/a&gt; (PI) sieht sich als furchtlosen &lt;a href=&quot;http://www.pi-news.net/leitlinien/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Vorkämpfer der Meinungsfreiheit&lt;/a&gt; und als kritischen Gegenpol zu der manipulativen Macht des Multikulturalismus, des Gutmenschentums und der politischen Korrektheit, die nach Ansicht seiner Betreiber sonst in den Medien den Ton angeben. Auf seine Fahnen hat sich das Blog, das mit einer täglichen Leserschaft im fünfstelligen Bereich nach eigenen Angaben das größte politische Blog deutscher Sprache ist, den Einsatz für Israel und Amerika geschrieben, die sie zu Unrecht in den deutschen Medien angegriffen sieht, sowie den Kampf gegen die angeblich drohende Islamisierung Europas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Seit seiner Gründung vor vier Jahren ist das Blog in Deutschland zu so etwas wie dem Leitmedium der islamfeindlichen Szene geworden, die heute mehrere Dutzend ähnlicher Internetseiten zählt. Gegründet und betrieben vom Kölner &lt;a href=&quot;http://www.stefan-herre.de/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Stefan Herre&lt;/a&gt; bringt der Blog jeden Tag bis zu zehn Beiträge, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der „Bedrohung durch den Islam“ liegt. Zu dieser Gefahr zähle nicht nur die Ausbreitung durch Mission, sondern auch das demographische Wachstum der Muslime, angesichts derer „die indigenen Europäer“ zu einer Minderheit im eigenen Land zu werden drohten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rassismus ist erlaubt, Kritik nicht erwünscht&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Nach Überzeugung von PI verschließen Politik und Medien die Augen gegen die gezielte Islamisierung des Kontinents. Nicht nur trauten sie sich aus falsch verstandener Toleranz nicht, die Probleme zu benennen, sondern sie gingen auch zu nachsichtig mit den Befürwortern eines radikalen Islams um. Als Beleg findet PI täglich neue Beispiele in der Presse, die in einer sprachlich wertenden Form aufgearbeitet und kommentiert werden. Eigene Recherchen gibt es nicht. Dabei dient letztlich die angebliche Feindschaft des Islam gegenüber dem Westen und seinen Werten als Rationalisierung für die Ablehnung einer Religion und deren Anhängern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Wie weit es mit dem kritischen Geist des Blogs bestellt ist, zeigen die &lt;a href=&quot;http://www.pi-news.net/policy/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Richtlinien für Kommentare&lt;/a&gt;. Nach Punkt zwei werden „fäkalsprachliche, blasphemische, antisemitische oder vulgäre“ Kommentare nicht akzeptiert. Rassistisch kommt in der Aufzählung nicht vor. In Punkt drei heißt es weiter, dass Kommentare, die jede Äußerung des Blogs „reflexartig zu konterkarieren“ suchen, ebenfalls nicht geduldet werden. Kritik wird also abgelehnt. In Punkt sechs heißt es schließlich, dass Leser, die sich nicht mit dem Inhalt des Blogs identifizieren können, woanders hingehen mögen. Soviel zur Meinungsfreiheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nicht näher begründete Verschwörungstheorien&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dass sich unter diesen Umständen vor allem islamkritische, sowie offen rechtsradikale und rassistische Kommentare finden, kann nicht überraschen. Der Medienjournalist und Gründer des &lt;a href=&quot;http://www.bildblog.de&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Bildblogs&lt;/a&gt; Stefan Niggemeier hat eine eindrucksvolle &lt;a href=&quot;http://www.stefan-niggemeier.de/blog/politically-incorrect/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Liste mit Kommentaren&lt;/a&gt; zusammengestellt, die den Ton auf PI wiederspiegeln und bis zum Aufruf zu Gewalt reichen. Auch die Betreiber von PI machen kein Geheimnis aus ihrer Einstellung. Im Tonfall zwar vielfach ironisch, ist die Botschaft wenig subtil: Die Medien sind naiv, nur wir verschließen nicht die Augen vor der Wahrheit und zeigen die wahre Seite des Islam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Diese Mischung aus einer scheinbar seriösen Auseinandersetzung mit dem Islam und Verschwörungstheorien, die auf einer nicht näher belegten Sympathie von Politik und Medien für den Islam wurzeln, finden sich auch in zahlreichen anderen Blogs, deren Spannweite von offen fremdenfeindlich bis scheinbar wissenschaftlich reicht. Folgende Woche soll hier der Blog des amerikanischen Publizisten, Dozenten und selbsternannten „Soldaten im Kampf gegen den radikalen Islam“ &lt;a href=&quot;http://www.danielpipes.org/&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Daniel Pipes&lt;/a&gt; vorgestellt werden.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Europa – eine Chance für die Muslime?</title>
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    <pubDate>Fri, 09 May 2008 09:00:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Mit der Entwicklung einer europäischen Identität könnten auch die Muslime Europas eine neue Heimat finden. Doch noch wird die Debatte um Integration rein national geführt und auch die Muslime selbst orientieren sich an und organisieren sich innerhalb der Grenzen ihres jeweiligen Aufnahmelandes.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, Donnerstag 9. Mai 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/Moschee_Neuk_lln_I_Credit_to_Schockwellenreiter_flickr.jpg&quot; alt=&quot;Deutsche und türkische Fahne vor einer Moschee in Berlin Neukölln Credit to:Schockwellenreiter/Flickr&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;„Man wird nicht Deutscher. Als Migrant bleibt man Iraner, Türke, Araber noch in der zweiten, dritten Generation. Aber: Man kann Europäer werden. Man kann sich zu Europa bekennen, weil es eine Willensgemeinschaft ist und nicht der Name einer Religion oder einer Ethnie. Europa ist kein Land. Europa ist eine Idee. Ich brauche dieses Europa, denn wo sonst könnte ich hin?“, &lt;a href=&quot;http://www.navidkermani.de/media/raw/Europa0605SZn.pdf&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;so schreibt&lt;/a&gt; der Orientalist und Schriftsteller &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Navid_Kermani&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Navid Kermani&lt;/a&gt;. Seine Eltern stammen aus dem Iran, er selbst ist in Deutschland geboren. Er kennt also das Gefühl, zwischen dort und hier, zwischen den Kulturen und den Identitäten hin- und hergerissen, dem Herkunftsland fremd geworden, ohne aber im Aufnahmeland akzeptiert worden zu sein. Doch kann seine Idee mehr sein als eine schöne Vision?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In allen Staaten Europas wird die Integration der Migranten und insbesondere der Muslime kritisch und kontrovers diskutiert. Dabei gleicht sich die Debatte in den einzelnen Ländern: &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kopftuchstreit&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Kopftuch&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2007/08/13/Europa-streitet-um-den-Bau-von-Moscheen&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Moscheebau&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.tagesspiegel.de/berlin/Jugendgewalt;art270,2466016&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Jugendgewalt&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-302/i.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Zwangsehen&lt;/a&gt;, Terrorismus sind die Thema. Einzelne Ereignisse wie der Mord an Theo van Gogh haben auch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung gefunden. Dennoch hat die Debatte aufgrund des unterschiedlichen Staatsverständnis – vom französischen Laizismus bis zum britischen Multikulturalismus – in jedem Land ihre eigene Note behalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Der Nationalstaat bleibt auch für die Muslime der Bezugspunkt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dies liegt auch daran, dass die Muslime in Europa keine Einheit sind. Überwiegen in Deutschland die Türken, sind es in Frankreich vor allem Maghrebiner und in Großbritannien Südasiaten. Wurden die deutschen Muslime vorwiegend als Gastarbeiter ins Land geholt, kamen sie in Frankreich oder Großbritannien aus den ehemaligen Kolonien, während Spanien und Italien vor allem Flüchtlinge aus Afrika aufgenommen haben. In einigen Moscheen mischen sich die Nationen, doch meist beten die Muslime nach Herkunft getrennt. Ein gemeinsames Selbstverständnis gibt es nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
Inzwischen haben einige Staaten einen offiziellen Dialog mit den muslimischen Verbänden eröffnet, um Fragen wie den Religionsunterricht oder die Imamausbildung zu besprechen. In Deutschland etwa ist mit der &lt;a href=&quot;http://www.bmi.bund.de/nn_1018358/Internet/Content/Nachrichten/Pressemitteilungen/2006/Einzelseiten/Islamkonferenz__Kurzinfo.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Islamkonferenz&lt;/a&gt; ein erster Schritt getan worden, nicht nur über sondern mit den Muslimen zu sprechen. In Antwort auf die Forderung der Politik nach einem gemeinsamen Ansprechpartner haben die großen muslimischen Verbände vergangenes Jahr den &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Koordinierungsrat_der_Muslime&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Koordinierungsrat&lt;/a&gt; geschaffen. Doch hier wie in anderen Staaten sind Dialog und Verbände national ausgerichtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Den Muslimen hat Europa sich wenig offen gezeigt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die Integration, die von der Politik gefordert und von den Muslimen angestrebt wird, ist denn auch eine Integration in die Gesellschaft ihres jeweiligen Aufnahmelandes. Es geht darum, die jeweilige Landessprache zu lernen, sich der jeweiligen Landeskultur anzupassen und die Regeln der jeweiligen Verfassung zu akzeptieren. Zwar sind die „Werte der Aufklärung“, welche die Muslime einzuhalten gefordert sind, europäische Werte, doch in Deutschland wie anderswo gilt man in dann als integriert, wenn man die deutsche Sprache beherrscht und die deutsche Lebensweise angenommen hat. Integration wird am nationalen Maßstab gemessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Letztlich bleibt die Frage, was bedeutet Europa den Muslimen? Bisher hat sich Europa ihnen gegenüber wenig offen gezeigt. Insbesondere die &lt;a href=&quot;http://www.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-297/i.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Debatte um den Beitritt der Türkei&lt;/a&gt; hat vielen Muslimen den Eindruck gegeben, nicht willkommen zu sein. Schließlich wurde die islamische Kultur der Türken von den Gegnern des Beitritts immer wieder als unvereinbar mit der „christlich-abendländischen Kultur Europas“ dargestellt. Darüber hinaus kann man sich fragen, ob für sie die Idee Europas nicht ohnehin fremd ist, da die Geschichte des Kontinents, aus der die europäische Einigung geboren ist, nicht die ihre ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Man kann sich allerdings auch fragen, ob ihnen, die den Wechsel zwischen den Kulturen und Identitäten gewohnt sind, die Idee einer europäischen Gesellschaft, welche die nationalen Unterschiede überwindet, nicht womöglich näher ist als Menschen, die das Denken in nationalen Kategorien gewohnt sind. Letztlich wird Kermanis Idee wohl aber allein deshalb eine Illusion bleiben, weil auch den meisten Europäern selbst die Idee einer transnationalen Identität fremd geblieben ist, und der Weg zu einer europäischen Gesellschaft noch weit ist.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Die Moscheesendung feiert Geburtstag</title>
    <link>http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/04/24/Die-Moscheesendung-feiert-Geburtstag</link>
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    <pubDate>Thu, 24 Apr 2008 20:29:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ein Jahr nach der Einführung des &quot;Islamischen Worts&quot; im Südwestrundfunk hat sich die Sendung noch nicht richtig etabliert. Zwar ist die anfängliche Kontroverse verstummt, doch für eine Ausweitung der Sendung, die ihr ein breiteres Publikum erschließen könnte, fehlt der Wille.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 20. April 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ein Jahr nach seiner Einführung ist es ruhig geworden um das &quot;&lt;a href=&quot;http://www.swr.de/contra/-/id=7612/nid=7612/did=1983650/mpdid=1983652/1cgjfqd/index.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Islamische Wort&lt;/a&gt;&quot; des &lt;a href=&quot;http://www.swr.de/unternehmen/-/id=3586/mmm7ol/index.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Südwestrundfunks&lt;/a&gt;. Nichts ist von den &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E4A3B7E32B97C4909B74F102B6A4C0A99~ATpl~Ecommon~Scontent.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Protesten&lt;/a&gt; geblieben, die ertönten, als der SWR im Januar vergangenen Jahres seinen Plan bekanntgab, eine islamische Glaubenssendung einzuführen. Während der damalige &lt;a href=&quot;http://www.swr.de/presseservice/archiv/2007/-/id=1073636/nid=1073636/did=2044122/1lrcok6/index.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;SWR-Intendant Peter Voß&lt;/a&gt; die Sendung als Beitrag zur Integration verteidigte, sah der Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Stefan Mappus darin einen Verstoß gegen den gesetzlichen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Andere CDU-Kritiker erklärten, eine muslimische Sendung sei nicht mit der christlich-abendländischen Tradition vereinbar und könnte von Hetzpredigern als Plattform missbraucht werden. Da zur gleichen Zeit das ZDF seinen Plan vorlegte, im Internet ein &quot;&lt;a href=&quot;http://www.forumamfreitag.zdf.de/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Forum am Freitag&lt;/a&gt;&quot; einzurichten, sah der CSU-Generalsekretär Markus Söder den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gar auf dem Weg zum &quot;Moscheesender&quot;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Nun, da der zwölfte Beitrag des &quot;Islamischen Worts&quot; auf der Internetseite des Nachrichtenkanals SWR-Contra steht, scheint das Programm fast vergessen - und das nicht nur von der Politik. &quot;Die Debatte, die der Veröffentlichung des ersten Beitrags vorausgegangen war, hat zu Anfang für viel Aufmerksamkeit gesorgt&quot;, sagt Reinhard Baumgarten, der als Redakteur für die Sendung zuständig ist. Doch nach den hohen Zugriffszahlen und der zahlreichen Zuhörerpost der ersten Monate sei das Interesse mittlerweile zurückgegangen. Ein Grund für die sinkende Nachfrage ist nach Ansicht von Baumgarten, dass die Homepage des &quot;Islamischen Worts&quot; von der Startseite des SWR nur schwer zu finden ist. Ein weiterer Grund könnte auch sein, dass der Abstand zwischen den Beiträgen zu groß ist. Schließlich erscheint das &quot;Islamische Wort&quot; bisher nur einmal im Monat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Keine Angst vor Kontroversen Themen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Den Vorwurf, dass die Beiträge des vierköpfigen Autorenteams aktuelle Themen umgingen, weist Baumgarten hingegen zurück. &quot;Kontroverse Fragen werden nicht ausgespart&quot;, sagt der frühere Ägyptenkorrespondent und verweist auf den Beitrag des Generalsekretärs des Zentralrats der Muslime, &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Aiman_Mazyek&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Aiman Mazyek&lt;/a&gt;, der sich dem Thema &quot;&lt;a href=&quot;http://www.swr.de/contra/-/id=2431138/property=download/nid=7612/1aokouw/Islamisches+Wort%2C+Aiman+Mazyek%2C+03.+August+2007.rtf&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Islam und Gewalt&lt;/a&gt;&quot; widmet. Tatsächlich sind auch sonst einige mutige Beiträge zu finden. So hat der Dialogbeauftragte des Religionsverbands Ditib, &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Bekir_Alboga&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Bekir Alboga&lt;/a&gt;, sich mit dem Thema Zwang im Glauben befasst, die Frankfurter Publizistin &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Hilal_Sezgin&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Hilal Sezgin&lt;/a&gt; hat dem islamischen Frauenbild einen Beitrag gewidmet, und die Stuttgarter Religionspädagogin Emina Corbo-Mesic hat sich mit dem Bildungsverständnis des Islam auseinandergesetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es fällt auf, dass die Autoren oft Kritik am Islam zum Ausgangspunkt ihrer Überlegungen nehmen. Vielfach ist das Bemühen zu erkennen, durch die selektive Auslegung des Korans diese Kritik zu widerlegen. So zitiert Aiman Mazyek in seinem Beitrag zum Thema Gewalt nur jene Schriftstellen, die den Schutz Andersgläubiger gebieten, zur Toleranz auffordern und Gewalt ablehnen. Die ebenso im Koran vorhandenen Stellen, in denen zum Kampf gegen Ungläubige aufgerufen wird, übergeht er hingegen. Baumgarten findet eine solche selektive Deutung der Schriften aber nicht nur zulässig, sondern auch notwendig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Glaubenssendung von Muslimen für Muslime&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&quot;Wir müssen dazu kommen, dass der Koran so gelesen wird, wie wir heute die Bibel lesen&quot;, sagt Baumgarten. Schließlich werde auch in der Bibel keineswegs allein zu Toleranz und Nächstenliebe aufgerufen. &quot;Nicht nur durch den Koran, sondern auch durch die Bibel zieht sich eine Spur von Blut. Das Alte Testament ist ein einziges Gemetzel.&quot; Diese Passagen spielten in der heutigen Sicht auf die Bibel aber keine Rolle mehr. Der Redakteur widerspricht der Idee, eine solche Neuauslegung der Schrift sei im Islam nicht möglich, da der Koran als Wort Gottes jeder Interpretation entzogen sei. &quot;Auch im Islam gibt es eine Debatte darüber, ob der Koran als direktes oder als übermitteltes Wort Gottes zu verstehen ist.&quot; Für künftige Sendebeiträge könnte er sich durchaus vorstellen, diese Frage aufzugreifen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Auf das im vergangenen Juli gestartete &quot;Forum am Freitag&quot; des ZDF angesprochen, sagt Reinhard Baumgarten, ein direkter Vergleich sei unpassend. Schließlich sei die wöchentlich im Internet angebotene Videosendung ungleich ambitionierter - und sie verfüge auch über weit mehr Mittel. Auch sonst fallen einige Unterschiede auf. So versteht sich das &quot;Forum am Freitag&quot; vor allem als Informationssendung über den Islam, während das &quot;Islamische Wort&quot; sich als Glaubenssendung von Muslimen begreift. Zwar werden auch im ZDF-Forum religiöse Fragen wie das Eheverständnis, das Almosengebot oder das Erziehungsideal des Islam angesprochen. Doch sind dort neben Vertretern der muslimischen Gemeinden auch Ärzte, Dozenten und Regisseure eingeladen, um über politische und soziale Themen wie Muslime und Gesundheit oder Homosexualität im Islam zu diskutieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Überarbeitung des Sendekonzepts nicht absehbar&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Eine solche Erweiterung des Themenspektrums könnte sich Baumgarten auch für das &quot;Islamische Wort&quot; vorstellen. Bisher gebe es beim SWR aber keine Pläne, das Sendekonzept zu verändern - auch wenn Baumgarten zugibt, dass das bisherige Angebot nur ein erster, vorwiegend symbolischer Schritt sei. Welche Schritte folgen könnten, lässt er offen. Vorstellbar wäre sicher, die Frequenz der Sendungen zu erhöhen, da dies die Sichtbarkeit des Angebots verbessern und erlauben würde, rascher auf aktuelle Ereignisse und Debatten zu reagieren. Vorstellbar wäre auch, ein Onlineforum einzuführen, um die in den Beiträgen angestoßene Debatte fortzuführen. Mit dem derzeit sehr begrenzten Budget ließe sich eine Erweiterung des Angebots aber nicht erreichen. Baumgarten gibt zudem zu bedenken, dass zusätzliche muslimische Autoren gefunden werden müssten, wenn die Beiträge wöchentlich erscheinen sollten, und dies sei keineswegs einfach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;em&gt;Abdruck mit freundlicher Genehmigung der &lt;a href=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/04/24/www.stuttgarter-zeitung.de&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Stuttgarter Zeitung&lt;/a&gt;. Erschienen am 19. April 2008. Alle Rechte vorbehalten.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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  <item>
    <title>„Schism“ vs „Fitna“</title>
    <link>http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/04/16/Schism-stellt-Fitna-bloss</link>
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    <pubDate>Wed, 16 Apr 2008 21:35:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;In Antwort auf Geert Wilders Antikoranfilm „Fitna“ sind mehrere Filme entstanden, die mit den selben Mitteln, die der Rechtspopulist gegen den Islam verwandt hat, die Bibel als gewaltbefürwortende Schrift darstellen. Doch ihr Ziel ist es nicht, Hass gegen das Christentum zu schüren, sondern die Manipulation von „Fitna“ zu entlarven.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 16. April 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
“This is what the Lord Almighty says: Now go, attack the &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Amalekiter&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Amalekites&lt;/a&gt; and totally destroy everything that belongs to them. Do not spare them: Put to death men and women, children and infants, cattle and sheep, camels and donkeys.” Mit diesem Aufruf zur Vernichtung aus dem Buch Samuel des Alten Testaments beginnt der Kurzfilm „&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=rpiccERJaFk&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Schism&lt;/a&gt;“. Einigen der blutrünstigsten Zitaten aus der Bibel werden darin die Bilder der amerikanischen Bombenangriffe auf den Irak gegenübergestellt, um in dem &lt;a href=&quot;http://www.crescentlife.com/heal%20the%20world/crusade_a_freudian_slip.htm&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Zitat George W. Bushs&lt;/a&gt; zu gipfeln, es gelte einen Kreuzzug gegen den Terror zu führen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In dem sechsminütigen Streifen, der seit Anfang April im Internet steht, sieht es zunächst so aus, als wolle der saudische Blogger Raid Al Saeed die Bibel als Schrift darstellen, die zu Kriegsverbrechen anleite. Doch der Film, den der &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/politik/article1887815/Blogger_stellt_Anti-Christen-Film_ins_Netz.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;33-Jährige&lt;/a&gt; angeblich in nur 24 Stunden angefertigt hat, soll nicht zum Hass aufrufen, sondern zeigen, wie einfach Manipulation ist. So endet der Film mit den Worten, es sei einfach, Teile eines heiligen Buches aus dem Kontext zu reißen, um es als unmenschliche Schrift hinzustellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;It’s crap. Admit. Just like Wilders movie&lt;/strong&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Antikoranfilm „&lt;a href=&quot;http://www.liveleak.com/view?i=ee4_1206625795&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Fitna&lt;/a&gt;“ des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders hat im Internet noch weitere Entgegnungen hervorgerufen. So ist unter dem Titel „&lt;a href=&quot;http://www.blogtotal.de/medienrummel/schism-raed-al-saeed-bringt-antwort-auf-fitna/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Schism – The English Version&lt;/a&gt;“ ein neunminütiger Film zu finden, der die Gräberfelder von Srebrenica, Kreuzigungsszenen während einer christlichen Prozession, einen Bombenanschlag auf eine Beerdigung in Nordirland sowie das Leichenfeld nach einem Massenselbstmord einer christlichen Sekte in Guyana zeigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Doch auch hier ist es nicht das Ziel, das Christentum als fanatische und blutrünstige Religion darzustellen. Denn er Film endet mit der Bitte, sich von dem Film nicht beleidigt zu fühlen. Er sei Mist – genauso wie der Film von Wilders. Er (der Filmemacher) habe zwölf Stunden dafür gebraucht, Wilders drei Monate. Und abschließend erscheint eine Sure aus dem Koran: “If God willed he would have made you one nation, but that may test you in what he has given you, so strive as in a race of good deeds.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Auch die Bibel durchzieht eine Spur von Blut&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die Filme finden in den Internetforen ebenso Ablehnung als unzulässige Gleichsetzung der beiden Religionen, da die gezeigten Gewalttaten mit dem Christentum nichts zu tun hätten, wie auch Zustimmung als gelungene Dekonstruktion der antiislamischen Hetze von Wilders. Tatsächlich zeigen die Filme, wie leicht es ist, Sätze und Bilder aus dem Kontext zu reißen, um einen Zusammenhang herzustellen, den es so nicht gibt. Die Filme zeigen aber auch, dass ähnlich wie der Koran auch die Bibel von einer Spur von Blut durchzogen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Alte Testament ist voll von Mord, Krieg und Gewalt und auch das Neue Testament enthält viele Stellen, die heute bewusst nicht mehr zitiert werden. Im Christentum ist man dazu gekommen, all jene Stellen, in denen zu Hass und Gewalt aufgerufen wird, zu ignorieren. Sollte dies nicht auch für den Islam das Ziel sein? Anstatt den Muslimen ständig vorzuhalten, wie unduldsam und gewaltbefürwortend der Koran ist, wäre es sicher besser, sie in einer selektiven Sicht des Korans zu bestärken.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Uiguren, schon mal gehört?</title>
    <link>http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/04/11/Uiguren-schon-mal-gehort</link>
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    <pubDate>Fri, 11 Apr 2008 20:11:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Warum weiß in Europa niemand, wer die Uiguren sind, obwohl das kleine Turkvolk in vielem das Los der Tibeter teilt? Die Antwort liegt nicht allein darin, dass ihnen ein Führer wie der Dalai Lama fehlt, sondern wohl auch, dass es Peking gelungen ist, das muslimische Wüstenvolk in die Nähe des Terrorismus zu rücken.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 9. April 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/Uigren_in_Kashgar_sandandtsunamis_II.jpg&quot; alt=&quot;Uiguren in Kashgar Credit to: sandandtsunamis/Flickr&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Mit ihrem bildmächtigen Protest gegen den olympischen Fackellauf ist es den Tibetern gelungen, sich über Tage weltweite Aufmerksamkeit zu sichern. Als in Istanbul auch einige &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Uyghur_people&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Uiguren&lt;/a&gt; den Lauf zu nutzen suchten, um auf das Schicksal ihres Volkes aufmerksam zu machen, war dies den Agenturen hingegen kaum mehr als eine Meldung wert. Auch als wenig später bekannt wurde, dass nach einer &lt;a href=&quot;http://www.netzeitung.de/politik/ausland/957957.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Demonstration&lt;/a&gt; im westchinesischen Khotan Ende März mehr als 70 Uiguren verhaftet worden sind, war in Europa das Interesse gering.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Obwohl die Lage des kleinen Turkvolks, das in der Wüstenprovinz Xinjiang im äußersten Westen der Volksrepublik lebt, durchaus mit der Lage der Tibeter vergleichbar ist, sind die Uiguren in Europa &lt;a href=&quot;http://www.dw-world.de/dw/article/0,,3245545,00.html?maca=de-teaser_top_stories-212-rdf&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;kaum jemand ein Begriff&lt;/a&gt;. Dies liegt nicht allein daran, dass ihnen ein charismatischer Führer wie der Dalai Lama fehlt, sondern wohl auch, dass sie muslimischen Glaubens sind. Seit dem 11/09 versucht Peking, jeden Protest der Uiguren nicht nur als Separatismus zu brandmarken, sondern auch in die Nähe des Terrorismus zu rücken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Durchsichtig, aber erfolgreich&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/Uigren_in_Kashgar_sandandtsunamis.jpg&quot; alt=&quot;Uiguren in Kashgar Credit to: sandandtsunamis/Flickr&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Obwohl die Gleichsetzung friedlicher Proteste mit Separatismus und Terrorismus als durchsichtiger Versuch erscheinen muss, den Krieg gegen den Terror als Rechtfertigung für seine Politik der &lt;a href=&quot;http://www.hrw.org/german/docs/2005/04/11/china10465.htm&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Unterdrückung&lt;/a&gt; zu nutzen, ist es Peking dennoch gelungen, die Uiguren ins Zwielicht zu rücken. Tatsächlich sind einige Uiguren in den &lt;a href=&quot;http://www.cdi.org/terrorism/etim.cfm&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Ausbildungslagern von Al Qaida&lt;/a&gt; aufgegriffen worden. Als Beweis, dass hinter den Protesten, die immer wieder in Xinjiang ausbrechen, religiöse Extremisten stecken, reicht dies aber kaum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Als ich im Sommer 2003 in &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Kashgar&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Kashgar&lt;/a&gt; war, der alten Hauptstadt der Uiguren, waren die Chinesen gerade dabei, die jahrhundertealten Lehmbauten um die &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Id_Khar_Mosque&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;Id-Kah-Moschee&lt;/a&gt; im Herzen der Altstadt abzureißen. Hunderte Familien, die oft seit Generationen dort lebten, mussten dem chinesischen Modernisierungswahn weichen. Auch wenn überall in China die Altstädte Hochhäusern Platz machen müssen, ist dies in Xinjiang besonders brisant, da hier das Baufieber vor allem Uiguren trifft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Abgedrängt und ausgegrenzt&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/Uigren_in_Kashgar_sandandtsunamis_III.jpg&quot; alt=&quot;Uiguren in Kashgar Credit to: sandandtsunamis/Flickr&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;In Xinjiang werden die Uiguren, wie auch die anderen ethnischen Minderheiten, von den Han an den Rand der Städte gedrängt, was bildhaft ihrer gesellschaftlichen Marginalisierung Ausdruck gibt. In Kashgar, Khotan, Kutcha, Xining und Turfan sind neben den niedrigen Lehmhäusern und ungepflasterten Straßen der Uiguren seelenlose Neustädte für die Han-Chinesen entstanden. In der Provinzmetropole Urumchi, deren Skyline Frankfurt in den Schatten stellt, wohnen schon längst fast ausschließlich Han.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Anteil der chinesischen Siedler ist seit 1949, als die Volksbefreiungsarmee die damals unabhängige Provinz besetzte, von rund fünf auf 40 Prozent gestiegen. Als ich 2003 in Xinjiang war, war gerade die Eisenbahnlinie nach Kashgar eröffnet worden, mit der die entlegene Provinz besser an Peking angebunden werden soll. Mit großem Aufwand haben die Chinesen die Strecke um die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Taklamakan&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Taklamakan-Wüste&lt;/a&gt; herumgebaut und in den großen Städten sind riesige Bahnhöfe errichtet worden. Einfallstore für die weitere Kolonisierung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Positive Entwicklung, doch nur für Chinesen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Unzweifelhaft haben die Chinesen zur Entwicklung der Provinz beigetragen, doch hat dies vor allem den chinesischen Siedlern genutzt. Da Chinesisch die Voraussetzung zum Erfolg ist, sind die Uiguren benachteiligt, sodass sie kaum Zugang zu den guten Jobs erhalten, geschweige denn in die Politik. Zwar ist die Provinz dem Namen nach autonom, doch lenkt in Wahrheit Peking die Politik. Wer sich für den Erhalt der uigurischen Sprache und Kultur einsetzt, &lt;a href=&quot;http://www.gfbv.org/chinakampagne/minderheiten_uiguren.php&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;gilt als Separatist&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie die ihnen verwandten Völker der Kasachen und Kirgisen, folgen die Uiguren einer gemäßigten Form des Islam. Auch wenn die islamische Kultur in Xinjiang noch präsenter ist als in den Nachbarrepubliken, die in der Sowjetzeit erfolgreich säkularisiert worden sind, spielt der Islam in der Politik kaum eine Rolle. Wenn es eine politische Opposition gibt – einige Uiguren träumen tatsächlich von einem &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/East_Turkestan_independence_movement&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;unabhängigen Ostturkestan&lt;/a&gt; – so ist diese vorwiegend ethnisch und nicht religiös definiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dennoch wird wohl auch in Zukunft die Sympathie des Westens nicht den muslimischen Uiguren sondern den buddhistischen Tibetern gelten – selbst dann, wenn diese plündernd durch Lhasas Straßen ziehen und chinesische Geschäfte und Wohnhäuser anstecken.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Das Wort vom „Mullahregime“</title>
    <link>http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/04/03/Das-Wort-vom-Mullahregime</link>
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    <pubDate>Thu, 03 Apr 2008 17:59:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wenn deutsche Medien vom „Mullahregime“ oder der „radikalen Hamas“ sprechen, soll dies weniger eine Information, als eine Wertung vermitteln. Auch dass sie den Vorwurf, der Iran wolle Israel von der Landkarte tilgen, auf einem Übersetzungsfehler begründen, sagt einiges über die Voreingenommenheit vieler Medien aus.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 27. März 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.Ahmadinejad_s.jpg&quot; alt=&quot;Irans Präsident Ahmadinejad ist kein Mullah&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;In Zeitungen und Zeitschriften sind Worte für gewöhnlich nicht mehr als schwarze Buchstaben auf weißem Papier. Und doch bestimmen sie die Wahrnehmung der Wirklichkeit, da sie dem Leser die Welt vermitteln. In diesem Sinne ist Sprache ein Herrschaftsmittel, das nicht nur Ausdruck einer politischen Haltung ist, sondern auch die Sicht auf die Dinge mit prägt. Dies gilt in allen Bereichen und nicht zuletzt im Hinblick auf die Weise, wie deutsche Medien über den Islam und den Islamismus schreiben. Einige Beispiele:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;ERSTENS.&lt;/strong&gt; Seit der iranischen Revolution hat sich bis in die seriösen, &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,489628,00.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;deutschen Medien&lt;/a&gt; der Begriff „Mullahregime“ als Synonym für die iranische Regierung durchgesetzt. Der Begriff vermittelt das Bild, der Iran werde von einem Rat von Geistlichen beherrscht, fanatischer bärtiger Turbanträger, die politische Entscheidungen nach dem Koran treffen, da dies das einzige Buch ist, das sie kennen. Ein Bild, das dem komplexen System der Islamischen Republik aber kaum gerecht wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Denn wie die offizielle Staatsbezeichnung „Islamische Republik“ schon anzeigt, ist der Iran nicht einfach eine Theokratie, sondern enthält mit der regelmäßigen Wahl des Präsidenten und des Parlaments starke demokratische Elemente. Sicher sind die Wahlen weder frei noch fair, sicher hat mit dem Revolutionsführer Ayatollah Khamenei ein Geistlicher die oberste Macht, aber der Begriff Mullahregime ist weniger informativ als diffamierend gedacht. Und seitdem Ahmadinejad Präsident ist, weniger treffend denn je zuvor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;ZWEITENS.&lt;/strong&gt; Die Hamas ist bekanntlich eine palästinensische Bewegung, die ideologisch den Muslimbrüdern verwandt ist und die mit politischen und militärischen Mitteln die israelische Besatzung Palästinas bekämpft. Anders als die Fatah-Bewegung, die sich angesichts ihrer Unfähigkeit, Israel gewaltsam zu besiegen, zu Verhandlungen bereit erklärt hat, setzt die Hamas weiter auf Konfrontation. Insofern handelt es sich ohne Zweifel um eine „radikale“ Organisation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ob es deshalb aber notwendig ist, der Organisation stets das Adjektiv „radikal“ voranzustellen, wie dies &lt;a href=&quot;http://www.dw-world.de/popups/popup_printcontent/0,,1822911,00.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;deutsche Medien&lt;/a&gt; tun, ist fraglich. Schließlich schreibt auch niemand, die „säkulare“ oder die „moderate“ Fatah, wobei beides auch zweifelhafte Attribute für eine durchaus religiös geprägte und keineswegs friedfertige Bewegung wären. Letztlich ist das Adjektiv „radikal“ weniger als zusätzliche Information über die mittlerweile hinlänglich bekannte Hamas gedacht, sondern allein als abwertender Ausdruck.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;LETZTENS:&lt;/strong&gt; Ob es sich um einen unglücklichen Übersetzungsfehler oder eine journalistische Zuspitzung handelte, sei dahingestellt, Tatsache ist jedoch, dass das von den westlichen Medien wiedergegebene Zitat Ahmadinejads &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,381752,00.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;„Israel muss von der Landkarte getilgt werden“&lt;/a&gt; so nicht gefallen ist. Wie die Journalistin Katajun Amirpur kürzlich in der &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/858/165387/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Süddeutschen Zeitung&lt;/a&gt; darlegte, muss die richtige Übersetzung seines Satzes lauten: „Das Besatzungsregime muss Geschichte werden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ahmadinejad hat also nicht gefordert, Israel auszulöschen, sondern ein Ende der israelischen Besatzung Jerusalems verlangt. Nun hat sich Ahmadinejad niemals von diesem Zitat distanziert, sondern die Aufmerksamkeit, die es ihm im Westen eingebracht hat, so sehr genossen, dass er seine Angriffe auf Israel bei jeder Gelegenheit wiederholt hat. Ein Freund Israels ist er sicher nicht. Als Beweis für die ihm unterstellten Vernichtungspläne ist der Satz jedoch eine denkbar dürftige Grundlage.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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  <item>
    <title>Wilders ganz subtil</title>
    <link>http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/03/28/Wilders-ganz-subtil2</link>
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    <pubDate>Fri, 28 Mar 2008 17:20:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Angesichts von Wilders bisheriger Aussagen zum Islam ist sein korankritischer Film „Fitna“, den er nun im Internet veröffentlicht hat, geradezu subtil ausgefallen. Trotzdem bewegt sich der 15-minütige Streifen an der Grenze des gesetzlich Zulässigen und weit jenseits jeder politischen Vernunft.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 28. März 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Untermalt von traurigen Kompositionen von Tschaikowsky und Grieg verbindet der nun im Internet veröffentlichte &lt;a href=&quot;http://www.liveleak.com/view?i=ll_5f2_1206641161&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;korankritische Film&lt;/a&gt; des niederländischen Abgeordneten &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Geert_Wilders&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Geert Wilders&lt;/a&gt; Zitate des Korans mit Szene von Gewalt und Terror, um den angeblich gewaltsamen Charakter des Islams zu belegen. Eingeleitet von einer der umstrittenen dänischen Karikaturen, die Mohammed mit einer Bombe im Turban zeigt, folgen Bilder der Terroranschläge in New York, Madrid und London. Dazwischen werden immer wieder fanatische Prediger gezeigt und aufgebrachte Demonstranten, die zu Gewalt gegen Ungläubige hetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In Sequenzen, die nicht umsonst seriöse Medien sich zu zeigen weigern, sind die entstellten Leichen der Opfer von Terroranschlägen und die makabren Szenen von Hinrichtungen im Irak, im Iran und anderswo zu sehen. Um die drohende Islamisierung der Niederlande zu verdeutlichen, zeigt Wilders Bilder der in den letzten Jahren errichteten Moscheen, die aber allenfalls als Architekturschau von Interesse sind. Provokant wird es noch einmal, als am Schluss eine Hand nach einer Seite des Korans greift und gleich darauf das Reißen von Papier zu hören ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Reißen einer Seite Papier&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Doch Wilders wendet die Szene geradezu ins Subtile, wenn er den Satz einblendet, dies sei das Geräusch einer Seite, die aus einem Telefonbuch gerissen werde. Denn es sei nicht an ihm, sondern an den Muslimen selbst, die umstrittenen Seiten aus dem Koran herauszureißen. Doch auch wenn der knapp 15-minütige Streifen des Rechtspopulisten weniger polemisch ausgefallen ist, als zuletzt befürchtet worden war, bleibt es doch ein Hetzwerk, das, indem es eine direkte Verbindung zwischen dem Islam und Terror herstellt, die Angst und auch den Hass gegen diese Religion schürt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dass der Film, nachdem Fernsehsender und Internetanbieter ihn nicht hatten zeigen wollen, nun auf der britischen &lt;a href=&quot;http://www.liveleak.com/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Videoportal Liveleak&lt;/a&gt; steht, wo sonst kuriose Unfälle und peinliche Fehltritte zu sehen sind, beweist, dass ein Brandredner wie Wilders in der Gesellschaft noch immer keinen Platz hat. Dass der Film von Extremisten beider Seiten als Beweis ihrer Sicht verwendet werden dürfte, und damit die Spannung nur weiter anheizt, ist allerdings ebenfalls klar. Auch wenn die &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E11D77C7432DC4985AEAE53A2A0A74EB2~ATpl~Ecommon~Scontent.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;bisherigen Reaktionen&lt;/a&gt; verhalten ausfielen, bleibt abzuwarten, welche Folgen der Film langfristig hat.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Stichwort: Religion und Politik</title>
    <link>http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/03/19/Stichwort%3A-Religion-und-Politik</link>
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    <pubDate>Wed, 19 Mar 2008 20:22:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Im Islam, so eine häufig vertretene Ansicht, bestehe keine Trennung zwischen Religion und Politik. Die Geschichte zeigt jedoch, dass die beiden Bereiche stets in einem Spannungsverhältnis gestanden haben, ohne dass die Religion jemals die Politik beherrschte. Ein kleiner Ausflug in die politische Theorie des Islam.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 19. März 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Um das Verhältnis zwischen Politik und Religion im Islam zu erklären, ist ein Exkurs in die Theorie notwendig. Dabei zeigt schon die Definition der beiden Begriffe die Spannung an. Denn Politik als ein vom Menschen bestimmter Prozess, der zur Aufgabe hat, das Zusammenleben im Gemeinwesen zu ordnen, hat einiges gemein mit der Religion, wenn man diese als ein kulturell-konstruiertes System von Symbolen und Werten begreift, dessen Ziel es nicht nur ist, die Welt zu deuten und dem Leben Sinn zu verleihen, sondern auch das Verhalten des Einzelnen zu regeln und die Ordnung des Gemeinwesens zu bestimmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Soziologe Max Weber schreibt dazu, „jede rationale ethische Religiosität gerät in Spannung mit dem Kosmos des politischen Handelns“. Auch wenn die Religion der Politik Legitimität zu verleihen vermag, indessen die Politik der Religion Macht geben kann, sind beide doch darauf bedacht, ihre Vereinnahmung zu vermeiden und ihre Unabhängigkeit zu wahren. Denn im täglichen Ringen um Kompromisse riskiert die Religion, ihren ethischen Geltungsanspruch zu verlieren, während die Politik durch die Bindung an dauerhafte Normen, ihre Handlungsfähigkeit einzubüßen droht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Ideal ohne praktische Bedeutung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Entgegen der im Westen verbreiteten Ansicht, im Islam sei die Politik nicht von der Religion zu trennen, da der Islam ein ganzheitliches religiöses, soziales und politisches System sei, das alle Bereiche des Lebens umfasse und die Ordnung der Gesellschaft bestimme, hat es auch im Islam niemals eine vollständige Unterwerfung des Staates unter die Gesetze der Religion gegeben. Zwar hat die Herrschaft Mohammeds, da er als oberster Feldherr, Richter und Prophet die religiöse und politische Autorität in seiner Person vereinte, über die Jahrhunderte als Ideal fortbestanden, doch blieb es ein Ideal ohne praktische Bedeutung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;„A venerable tradition of government developed throughout the centuries, one that acknowledged the primacy of the political model set out in the early community but made little effort to work out the implications of that ideal model for one’s own times”, schreibt der Islamwissenschaftler Carl Brown. Die Legitimität eines Staates maß sich nicht daran, ob die politische Ordnung den islamischen Gesetzen entsprach und das politische System orientierte sich weniger an der islamischen als an der griechischen oder byzantinischen Staatstradition. Die Herrschaft der Taliban, die Politik und Gesellschaft ganz den Gesetzen des Islam zu unterwerfen suchten, stellt hier eine historische Ausnahme dar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Auf vorsichtiger Distanz zum Staat&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die islamische Geistlichkeit schwankte in ihrer Haltung zum Staat meist zwischen Kooperation und Opposition. Einerseits konnte ihr der Staat Geld und Macht bieten, andererseits fürchtete sie, ihre moralische Autorität zu verlieren, wenn sie sich vereinnahmen ließ. Der Staat seinerseits suchte die religiösen Institutionen wie Moscheen, Schulen und Stiftungen zu kontrollieren, da diese über wichtige Ressourcen verfügten und er sie zudem als potenzielle Zentren des Widerstands fürchtete. Denn auch wenn die Geistlichkeit aufgrund ihrer geringen Institutionalisierung als Akteur nicht zu fürchten war, gab es zahlreiche Beispiele, da charismatische Geistliche sich an die Spitze politischer Proteste stellten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dennoch verblieb bis zur Entwicklung des Islamismus die Geistlichkeit in vorsichtiger Distanz zum Staat. Dies galt besonders für die schiitische Geistlichkeit, die jede politische Herrschaft vor der Rückkehr des Messias als illegitim betrachteten. Erst der Islamismus formte den Islam zu einer dezidiert politischen Ideologie. Die politische und soziale Ordnung, die zu verwirklichen die Islamisten als ihren Auftrag sehen, basiert weniger auf einem historischen Vorbild als auf einer Reinterpretation der Schriften. Wer also behauptet, im Islam seien Politik und Islam nicht zu trennen, steht nicht nur im Widerspruch zu der historischen Wirklichkeit, sondern übernimmt auch eine zentrale Forderung der Islamisten.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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  <item>
    <title>Wilders erforscht Grenzen des Rechts</title>
    <link>http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/03/11/Wilders-erforscht-die-Grenzen-des-Rechts</link>
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    <pubDate>Tue, 11 Mar 2008 23:01:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der Rechtspopulist Geert Wilders plant einen Film über den Islam und die Niederlande bereiten sich auf Anschläge vor. Während die Regierung ihn zur Verantwortung mahnt, beruft er sich selbst auf die Meinungsfreiheit. Ob diese jedoch seine Aussagen deckt, erscheint einigermaßen fraglich.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, Dienstag 11. März 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.Geert_Wilders_s.jpg&quot; alt=&quot;Geert Wilders&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Den Koran bezeichnet er als ein &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,498881,00.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;„faschistisches Buch“&lt;/a&gt;, das verboten werden sollte. Den Propheten nennt er einen „Extremisten“, den er &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E56B1CF4F4E004496994120A342834126~ATpl~Ecommon~Scontent.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;außer Landes jagen&lt;/a&gt; würde. Im Islam sieht er die „größte Bedrohung“ unserer Zeit und warnt vor einem &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/online/2008/04/islam-europa-kolumne?page=all&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;„Tsunami der Islamisierung“&lt;/a&gt;. Der niederländische Parlamentsabgeordnete &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Geert_Wilders&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Geert Wilders&lt;/a&gt; hat sich in den vergangenen Jahren mit Angriffen gegen den Islam nicht zurückgehalten. Nun plant der Rechtspopulist, der vielfach mit dem 2002 ermordeten Politiker &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Pim_Fortuyn&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Pim Fortuyn&lt;/a&gt; verglichen wird und seit dessen Tod unter ständigem Personenschutz steht, unter dem Titel &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Fitna_%28film%29&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;‚Fitna’&lt;/a&gt; einen Film über den Islam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Noch ist nichts über das Projekt bekannt, doch angesichts Wilders’ bisheriger Äußerungen ist nicht zu erwarten, dass der 15-minütige Streifen durch besondere Differenzierung auffallen wird. Vielmehr dürfte &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Fitna_%28word%29&quot; hreflang=&quot;en&quot;&gt;‚Fitna’&lt;/a&gt;, was Wilders als ‚Das Böse’ übersetzt wissen will, aber ebenso gut ‚Spaltung’ oder ‚Anarchie’ bedeuten kann, eine Umsetzung seiner Hetzreden in Bilder sein. Die niederländischen Fernsehstationen haben es daher folgerichtig abgelehnt, den Film auszustrahlen. Wilders plant nun, das Werk auf einer eigenen Internetseite sowie auf Youtube der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Furcht vor einer Wiederholung der Karikaturenkrise&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In der Politik reicht die Angst, dass eine Veröffentlichung zu ähnlichen Unruhen wie nach den dänischen Mohammed-Karikaturen im Februar 2006 führen könnte, mittlerweile so weit, dass Ministerpräsident Jan Balkenende Wilders nahegelegt hat, auf eine Ausstrahlung des Films zu verzichten. Er respektiere das Recht zur freien Meinungsäußerung, sagte Balkenende, doch sei es auch an Wilders, sie &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,538732,00.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;verantwortlich zu nutzen&lt;/a&gt;. Vergangene Woche hat der Staat die Einschätzung der Terrorgefahr um eine Stufe angehoben und seine Botschaften vor drohenden Angriffen aufgebrachter Muslime gewarnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Angesichts der Kritik sind Wilders nun der holländische Schriftsteller &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Leon_de_Winter&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Leon de Winter&lt;/a&gt; und der dänische Karikaturist &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Westergaard&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Kurt Westergaard&lt;/a&gt; zur Seite gesprungen. Westergaard hat als Autor einer der umstrittenen Mohammed-Karikaturen selbst den Zorn vieler Muslime auf sich gezogen. Seiner Ansicht nach dürfe niemals die Meinungsfreiheit eingeschränkt werden. Doch genau hier entzündet sich der Streit: Fallen Aussagen, die den Koran mit Hitlers ‚Mein Kampf’ vergleichen und damit die Muslime in die Nähe des Nationalsozialismus rücken, noch unter die legitime Ausübung der Meinungsfreiheit?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Auch die Meinungsfreiheit hat Grenzen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Als &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Volksverhetzung&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Volksverhetzung&lt;/a&gt; wird im deutschen Strafgesetzbuch &lt;a href=&quot;http://dejure.org/gesetze/StGB/130.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;(§130 StGb&lt;/a&gt;) definiert, wenn jemand mit Worten oder Schriften in einer Weise, die „geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören (…) zum Hass gegen Teile der Bevölkerung oder gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe aufstacheln (…) oder die Menschenwürde anderer dadurch angreifen, dass Teile der Bevölkerung oder eine vorbezeichnete Gruppe beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden“. Es ist demnach nicht auszuschließen, dass Wilders Aussagen in Deutschland strafbar wären.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Auch auf europäischer Ebene gilt seit dem gemeinsamen &lt;a href=&quot;http://www.bmj.de/enid/b36478cacf39620a28d23048c944743e,c715ea6d6f6465092d09093a09636f6e5f6964092d0934323837/Pressemitteilungen_und_Reden/Pressemitteilungen_58.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Beschluss der Justizminister&lt;/a&gt; von April 2007 eine Strafvorschrift, die neben rassistischer und fremdenfeindlicher Hetze sowie der Billigung oder Leugnung von Völkermord und Kriegsverbrechen allgemein die Aufstachelung zu Hass und Gewalt gegen Menschen anderer Rasse, Hautfarbe oder Religion unter Strafe stellt, sofern die Äußerungen den öffentlichen Frieden stört. Dass Wilders Film sowohl zum Hass aufstachelt als auch den öffentlichen Frieden gefährdet, erscheint derzeit durchaus gegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Angesichts anti-islamischer Ausfälle von Populisten wie Wilders muss man sich fragen, ob hier nicht die Meinungsfreiheit zu weit ausgelegt wird. Längst ist deutlich, dass islamfeindliche Tendenzen zunehmend Verbreitung finden in der Bevölkerung. Wenn Politiker bewusst solche Tendenzen verstärken, muss dies als einigermaßen gefährlich gelten – und das nicht nur, weil sie damit islamistische Fanatiker zu Gewaltakten provozieren könnten. Ähnliche Äußerungen über das Judentum sind aus gutem Grund undenkbar. Schließlich hat die Geschichte gezeigt, wozu solche Hetze führen kann.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Was Alice Schwarzer vom Islam weiß</title>
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    <pubDate>Wed, 27 Feb 2008 20:19:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die Publizistin und Feministin Alice Schwarzer hat mit ihren provokanten und zuweilen polemischen Äußerungen viel für die deutsche Frauenbewegung erreicht. Doch mit ihrer undifferenzierten Warnung vor dem Islam trägt sie nur zur Verschärfung einer ohnehin aufgeladenen Debatte bei.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 25. Februar 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/Alice_Schwarzer_II.jpg&quot; alt=&quot;Alice Schwarzer Credit to: Noralina/Flickr&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.aliceschwarzer.de/startseite_aliceschwarzer.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Alice Schwarzer&lt;/a&gt; hat es an diesem Abend eilig, auf die Bühne zu gelangen. Die Grußworte sind noch nicht beendet, da tritt sie bereits durch den Vorhang und sorgt für einen ersten Lacher in der bis auf den letzten Platz ausverkauften Stadthalle von Esslingen. Minutenlang wird die 65-Jährige vom Publikum, in dem sich an diesem Abend kaum mehr als eine Handvoll Männer findet, als eine Ikone gefeiert, die sie nach 30 Jahren an der Spitze der &lt;a href=&quot;http://www.emma.de/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Frauenzeitschrift „Emma“&lt;/a&gt; auch zweifellos ist. &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Schwarzer&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Schwarzer&lt;/a&gt; ist an diesem Abend gekommen, um aus ihrem zuletzt erschienenen Buch &lt;a href=&quot;http://www.aliceschwarzer.de/115.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;„Die Antwort“&lt;/a&gt; zu lesen, in dem sie mit allen Angriffen auf die „größte unblutige Revolution des 20. Jahrhunderts“ abrechnet – die Emanzipation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die größte Gefahr sieht sie im Islam und im Biologismus, wobei sie hinzufügt, dass wenn sie vom Islam spreche, sie eigentlich den islamischen Fundamentalismus meine. Beide behaupteten, den Geschlechtern sei eine definierte Rolle vorgeben, wobei sich die einen auf den Koran, die anderen auf die Hormone berufen. Und natürlich komme in beiden Ideologien den Männern die definierende Rolle zu. Sie habe schon 1979, als sie kurz nach der Islamischen Revolution aus Solidarität mit den iranischen Frauen nach Teheran reiste, vor der Islamismusgefahr gewarnt, sagt Schwarzer. Heute habe sich der „islamistische Kreuzzug“, dessen Keimzelle sie im Iran verortet, bis nach Europa ausgebreitet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&quot;Drehscheibe des Terrors&quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Niemals habe sie gedacht, einmal in Köln eine Frau im Tchador zu treffen. Heute sei Deutschland zu einer „Drehscheibe des Terrors“ geworden, sagt sie. Immer mehr muslimische Migranten bezeichneten sich als streng religiös, immer mehr befürworteten das Kopftuch. Für Schwarzer ist dieses „nicht allein ein Stück Stoff“, wie es öfters heiße. Ihrer Ansicht nach geht es dabei auch nicht um Glaube und Tradition, und keineswegs sei es mit religiösen Symbolen wie dem Kreuz oder der Kippa vergleichbar. Für sie ist es ein Zeichen der Unterdrückung, das an Schulen verboten werden sollte, wie dies in Frankreich bereits geschehen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Für Angela Merkels Auftritt in den Golfstaaten findet Schwarzer warme Worte, da sie sich dort nicht verschleierte – anders als frühere Politikerinnen wie die grüne Staatsministerin Antje Vollmer, die gemeint habe, als Zeichen des Respekts gegenüber der fremden Kultur ein Kopftuch tragen zu müssen. Viel zu lange habe man bei Migranten unter Verweis auf die andere Religion und Kultur Eigenarten geduldet, die mit den Menschenrechten und dem Grundgesetz nicht vereinbar sind. „Die Menschenrechte sind unteilbar“, ruft sie und fordert dazu auf, den Männlichkeitswahn zu ächten, der das „Fundament des Fundamentalismus“ sei – und ist sich damit des Beifalls des Publikums sicher.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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      </item>
    
  <item>
    <title>Türkei zeigt Toleranz für das Tuch</title>
    <link>http://islamineuropa.cafebabel.com/de/post/2008/02/20/Turkei-zeigt-Toleranz-fur-das-Tuch</link>
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    <pubDate>Wed, 20 Feb 2008 20:41:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Das türkische Parlament hat gegen den Widerstand der Kemalisten das Kopftuchverbot an staatlichen Universitäten gekippt. Während die Befürworter dies als Schritt zu Freiheit feiern, warnen die Gegner vor der drohenden Islamisierung des Staates. Aus der Ferne erscheint dies alles als einigermaßen übertrieben.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 19. Februar 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://islamineuropa.cafebabel.com/public/islamineuropa/./.T_rkinnen_mit_Kopftuch_s.jpg&quot; alt=&quot;Sieht so eien Gefährdung der politischen Ordnung aus? Credit to: Immu/Flickr&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Verhältnisse wie in Afghanistan, das Abgleiten in finstere Zeitalter, den Niedergang des säkularen Staates fürchteten kemalistische Abgeordnete, als das türkische Parlament am 10. Februar mit 411 Stimmen das &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E7E99F2046F1B4A11B0F1A3D8CA8A2D6D~ATpl~Ecommon~Scontent.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Kopftuchverbot an Universitäten abschaffte&lt;/a&gt;. In einer Allianz der regierenden Gerechtigkeitspartei AKP und der nationalistischen Oppositionspartei MHP wurde die 1982 durch ein Dekret der damals herrschenden Militärregierung eingeführte Regelung gekippt. Doch während Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan die Reform als Schritt zur Freiheit feierte, &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/284/155875/&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;protestierten zehntausende Frauen&lt;/a&gt; vor dem Parlamentsgebäude in Ankara gegen den Beschluss, in dem sie einen Verstoß gegen die säkulare Grundordnung der Republik sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Das Parlament änderte die Artikel 10 und 42 in dem Sinne, dass ohne die ausdrückliche Begründung durch ein Gesetz niemand das Recht auf den Besuch einer Hochschule verweigert werden dürfe. Während die Verfassungsänderung noch von Staatspräsident Abdullah Gül unterzeichnet werden muss, reichte die kemalistische CHP bereits am Tage der Abstimmung eine Klage vor dem Verfassungsgericht ein. Dieses ist noch immer eine Bastion der Säkularisten. Doch angesichts der Unterstützung, die der Reform in der Bevölkerung entgegengebracht wird, dürften sich die Richter gut überlegen, wie sie entscheiden: Mehr als zwei Drittel der Türken befürworten die Aufhebung des Verbots.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Niemals demokratisch legitimiert&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eingeführt wurde es nach dem Militärputsch 1980, ohne jemals vom Parlament bestätigt worden zu sein. Allein das Verfassungsgericht stützte 1989 das Verbot mit Verweis auf Artikel 2 der Verfassung, der die säkulare Grundordnung schützt. Zu Kontroversen führte es besonders seit dem Regierungsantritt der AKP 2002, die sich für die Abschaffung des Verbots einsetzte, da sie darin den Ausschluss religiöser Studentinnen von der Hochschule sah. Wie viele Frauen aber tatsächlich wegen des Verbots nicht studierten, ist ungewiss. Viele gläubige Studentinnen behalfen sich mit einer Perücke, die sie am Eingang der Universität für das Kopftuch eintauschten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Aus der Ferne erscheint die ganze Debatte um das Stück Stoff einigermaßen verwunderlich. Warum sollte es eine Bedrohung der politischen Ordnung sein, wenn ein Teil der Bevölkerung aus persönlicher Überzeugung das Kopftuch trägt, besteht doch zwischen privatem Glauben und öffentlichen Handeln ein Unterschied? Seit langem ist bekannt, dass das Tragen des Turban keineswegs mit einer reaktionären Religionsauffassung oder gar einem revolutionären Politikverständnis einhergeht. Selbst wenn dies so wäre, wäre das Problem nicht durch den Ausschluss dieses Bevölkerungsteils von der Bildung zu lösen. Im Gegenteil, gilt doch Bildung als Schlüssel zur Aufklärung, um die es Kemalisten angeblich geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kompromiss mit den Nationalisten&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufhebung des demokratisch nie legitimierten Verbots ist daher tatsächlich eine Befreiung. Wie Erdogan diese Reform jedoch durchgebracht hat, muss für Bedenken sorgen. Denn allem Anschein nach sicherte sich Erdogan die Stimmen der Nationalisten von der MHP nur, indem er ihnen Zugeständnisse in der Frage des umstrittenen Paragraphen 301 (Beleidigung des Türkentums) versprach. Die EU fordert seit langem die Abschaffung dieses Paragraphen, der unter anderem zur Verfolgung des Nobelpreisträgers Orhan Pamuk genutzt worden ist. Auch sonst ist Erdogan den &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2008/08/Tuerkei-Nationalismus&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Nationalisten in einigen Punkten entgegengekommen&lt;/a&gt; – nicht zuletzt in der Kurdenfrage. Ob der Laizismus bedroht ist, dürfte daher Ansichtssache sein. Der Nationalismus ist es vorerst mit Sicherheit nicht.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Ein Türke bleibt für Erdogan immer ein Türke</title>
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    <pubDate>Fri, 15 Feb 2008 16:57:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Common-Man-In-Europe</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Bei seinem Besuch in Deutschland hat Erdogan die Türken vor Assimilation gewarnt und türkische Schulen gefordert. Dass hierzulande niemand mehr die Aufgabe der eigenen Kultur oder Sprache verlangt, scheint ihm ebenso entgangen, wie dass eine türkische Schulbildung kaum die Voraussetzung zur Integration in die Gesellschaft ist.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Von Ulrich Schwerin, 15. Februar 2008&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es muss schon erstaunen, wenn der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan in seiner &lt;a href=&quot;http://de.uetd.de/?News&amp;amp;Page=Details&amp;amp;NewsID=43&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Kölner Rede&lt;/a&gt; Assimilation als ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet, indessen in der Türkei Kurden, Armenier und Christen noch immer ihre kulturellen Rechte verweigert werden, da der Staat ihnen eine eigene Identität nicht zugesteht. Es muss schon erstaunen, wenn Erdogan die in Köln versammelten Deutschtürken als „Mitbürger“ vereinnahmt, indessen ihre Vertreter in Deutschland noch immer darum kämpfen, nicht länger als Ausländer ausgegrenzt zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Wer vor den Gefahren von Assimilation und Kulturverlust spricht, hat offensichtlich von der deutschen Debatte um Einwanderung und Integration keine Ahnung. Weder ist zu beobachten, dass sich die türkischen Migranten von ihrer kulturellen Herkunft abwenden und der deutschen Lebensweise angleichen, noch wird dies von der Politik gefordert. Mit dem &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Integrationsgipfel&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Integrationsgipfel&lt;/a&gt; im Kanzleramt und der &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Islamkonferenz&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Islamkonferenz&lt;/a&gt; des Innenministeriums hat man vielmehr erste Schritte zur Anerkennung der Migranten, allen voran der Türken, als eigenständiger Teil der deutschen Gesellschaft gemacht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Seine Politik ist ambivalent aber erfolgreich&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Erdogan ist eine schillernde Persönlichkeit, die es versteht, verschiedenste Menschen anzusprechen, dessen Position dadurch aber oft schwer zu fassen ist. Seine Partei umfasst unterschiedlichste Gruppen von liberalen Unternehmern, die auf eine Öffnung der Wirtschaft hoffen, über Teile der städtischen Jugend, die sich von ihr Fortschritte auf dem Weg nach Europa versprechen, bis zu konservativen Muslimen, die von ihr die Bewahrung religiöser Werte erwarten. All diese Erwartungen zu erfüllen, führt notwendigerweise zu Widersprüchen in seiner Politik.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Zur Verwirrung trägt bei, dass er zuletzt versucht hat, durch sein hartes Auftreten gegenüber den kurdischen Rebellen, durch seine Zustimmung zum Einmarsch im Nordirak sowie durch seine Zurückhaltung bei der Abschaffung des den Nationalisten so wichtigen Paragraphen 301 (Beleidigung des Türkentums), die Militärs milde zu stimmen. Zugleich ist es ihm aber auch gelungen, mit der &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,535011,00.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Aufhebung des Kopftuchverbots an Universitäten&lt;/a&gt; im Parlament einen wichtigen Erfolg zu verbuchen, selbst wenn das von den Nationalisten beherrschte Verfassungsgericht der Reform noch zustimmen muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Für ihn bleibt auch ein Migrant ein Türke&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ähnlich ambivalent war sein Auftritt in Deutschland. Einerseits sorgte er mit seiner Warnung vor der Assimilation und seiner Forderung nach der Gründung türkischer Schulen und Universitäten in Deutschland für &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/news/artikel/2008/02/14/2476805.xml&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Widerspruch&lt;/a&gt;. Andererseits suchte er in Ludwigshafen nach dem &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,535348,00.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;Brand eines Mehrfamilienhauses&lt;/a&gt;, bei dem neun Türken ums Leben gekommen waren und bei dem der Verdacht eines fremdenfeindlichen Anschlags in der Luft hing, die &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,533903,00.html&quot; hreflang=&quot;de&quot;&gt;aufgebrachte Stimmung&lt;/a&gt; zu beruhigen. Und auch in seiner Kölner Rede rief er die Deutschtürken auf, sich nicht länger als Gast oder Fremder zu begreifen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dennoch wäre ein klarerer Appell für das frühzeitige Erlernen von Deutsch der Integration sicherlich dienlicher gewesen, als seine Forderung nach der Gründung türkischer Schulen. Wer hier geborene Menschen mit deutschem Pass noch immer als Türken begreift und sie auffordert, ihre türkischen „Wurzeln“ nicht zu vergessen, kommt letztlich nur all jenen Deutschen entgegen, die in diesen Menschen noch immer Fremde sehen.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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