Bizarrer Streit um eine Moschee
Der Bau einer Moschee in Köln spaltet die Stadt: Auf der einen Seite ein Holocaustüberlebender, der Muslime als kulturfremd bezeichnet und sich den Beifall der Rechtsradikalen versichert. Auf der anderen Seite die gesamten bürgerlichen Parteien – und ein katholischer Priester, der zur Kollekte für die Moschee aufruft.
Als die ersten muslimischen Gastarbeiter nach Europa kamen, richteten sie ihre Moscheen in Garagen, Kellern und Lagerhallen ein. Solange sie nur hier waren, um Geld zu verdienen und später in ihre Heimat zurückzukehren, reichten ihnen diese provisorischen Gebetsräume. Doch seitdem sie sich zum Bleiben entschieden, ihre Frauen und Familien nachgeholt und sich dauerhaft niedergelassen haben, verlangen sie nach Räumen, die ihres Glaubens würdig sind. In vielen europäischen Städten sind daher in den vergangenen Jahren repräsentative Moscheen entstanden. Nun plant auch die islamische Vereinigung Ditib im Kölner Stadtteil Ehrenfeld eine Moschee – und entzweit damit die Stadt.
Mit einer weithin sichtbaren Kuppel, zwei hohen Minaretten und Platz für 2000 Gläubige soll sie die größte Moschee Deutschlands werden. Obwohl der Bau vom Stadtrat mit breiter Mehrheit beschlossen wurde, wollen einige die Entscheidung nicht anerkennen. Mitte Juni rief die rechtsradikale Partei Pro Köln zur Protestkundgebung auf. Rund 200 Gegner zogen durch die Stadt. Sie wollten „die Domglocke hier und nicht das Minarett“, rief Hans-Christian Strache von der rechtsradikalen FPÖ, der extra aus Österreich angereist war. Zeitgleich versammelten sich fast 2000 Menschen, um für Toleranz und das Recht zur Religionsausübung zu demonstrieren.
Menschliche Pinguine
Die Koalitionen in diesem Streit sind bisweilen bizarr. So machte der Schriftsteller Ralph Giordano in einem Streitgespräch auf sich aufmerksam, als er den Bau der Moschee mit der Begründung ablehnte, diese vermittle den falschen Eindruck einer gelungenen Integration. Der streitbare Publizist sorgte für einige Erregung, als er verhüllte Musliminnen mit Pinguinen verglich und erklärte, er wolle keine Frauen im Tchador auf der Straße sehen, da dies seine „Ästhetik beschädigt“. Dabei ist Giordano eigentlich der Nähe zum Rechtsradikalismus eher unverdächtig: Der jüdische Schriftsteller hat seine Familie im Holocaust verloren und selbst nur knapp überlebt.
Den Beifall von Pro Köln wies der 84-Jährige umgehend zurück, da diese „lokale Variante des zeitgenössischen Nationalsozialismus“ ihn zu anderen Zeiten „in die Gaskammer gesteckt hätte“. Er konnte allerdings nicht verhindern, dass die Rechten unter seinem Ausspruch „Es gibt kein Recht auf eine Großmoschee“ marschierten. Diesem Ausspruch widerspricht die Kölner Bundestagsabgeordnete Lale Akgün. Die Islambeauftragte der SPD betont, dass das im Grundgesetz garantierte Recht zur Religionsausübung, zu dem auch der Bau von Gotteshäusern zählt, für alle gilt. Der Bau einer Moschee bedürfe daher keiner Volksbefragung, wie dies die Gegner des Baus fordern.
Umfragen zeigen, dass in Ehrenfeld zwar viele Bedenken wegen ihrer Größe haben, doch an sich eine breite Mehrheit die Moschee unterstützt. Auch im Stadtrat besteht Einigkeit über das Bauvorhaben – allein die Abgeordneten von Pro Köln stimmten dagegen. ‚Die Zeit’ macht zu Recht darauf aufmerksam, dass der Bau einer Moschee nicht die Belohnung für gelungene Integration, sondern die Voraussetzung dafür ist. Wollte man sie von der Zustimmung der Bevölkerung abhängig machen, könne man auch den Bau neuer Synagogen vergessen, da diese noch immer vielen als das gelten, für was Giordano den Islam hält: „Kulturfremd“.
Ein Symbol der Weltoffenheit
Die Befürchtung, die Moschee werde zur Abgrenzung der Muslime dienen, weist Bekir Alboga, der Dialogbeauftragte der Ditib, mit Nachdruck zurück. Der Neubau werde die Transparenz fordern und stehe jedem offen, wird er nicht müde zu betonen. Der Hof werde allgemein zugänglich sein und die durchbrochene Kuppel – eine stilisierte Weltkugel – werde als Symbol für Weltoffenheit stehen. Als Architekten hat sich die Ditib zwei Männer engagiert, die Erfahrung mit Sakralbauten haben: Gottfried und sein Sohn Paul Böhm, die als die größten deutschen Kirchenbaumeister der Gegenwart gelten.
Eine weitere Meldung beweist, dass die Grenzen in diesem Streit oft anders verlaufen, als man erwarten würde: Mitte März rief der katholische Priester Franz Meurer in seiner Gemeinde St. Theodor dazu auf, die Sonntagskollekte für den Moscheebau zu spenden. Er habe gute Erfahrungen mit der Ditib gemacht und unterhalte enge Kontakte zu den Muslimen im Viertel, betonte er. „Mensch Leute, überlegt doch mal. Damit stärken wir doch die Vernünftigen“ , wies er die Zweifel seiner Glaubensbrüder zurück. Seine Hoffnung ist, dass der Weg aus den Hinterhöfen zur Öffnung – und damit zur Integration der Muslime führen wird.
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Comments
Der Islam beschränkt sich im wesentlichen auf gespielte Toleranz. Gern wird der Dialog mit Christen gesucht, um den Islam salonfähig zu machen. Wer das durchsichtige Spiel nicht mitspielt, ist "islamophob".
Dabei genügt es die Augen aufzumachen und den Islam mit anderen "Weltreligionen" zu vergleichen.
Zwangsverschleierung von Frauen, Steinigung von Ehebrecherinnen, Aufhängen von Homosexuellen, Selbstmordattentate, Terrorismus, generelle Intoleranz gegnüber Andersgläubigen. Das ist die Realität, NICHT die süßlichen Wortspiele der hiesigen Vorbeter!
Der Gedanke, den Islam mit anderen Religionen geichzusetzen, ist einfach absurd. Moscheen sind Stützpunkte im Jihad, dem "heiligen Krieg". Die Forderung nach dem Bau von Maxi-Mosscheen in Europa, ist daher abzulehnen.
No all'islam in Europa, no alle moschee!
Alessandro
Lega Nord Piemonte
@klippundklar
Bei ihrer Auflistung möchte ich doch ein paar Korrekturen vornehmen, die gerne von den sich selber Westliche Zivilisation nennenden übersehen werde.
Isalm und Terror. Eins der am meisten in Bezug gebrachten Wörter. Bei verlaub. Zur zeit sind weitaus mehr Menschen islamischem Glaubens durch die Hand der sich Zivilisierten Welt nennenden Länder gestorben als durch Terroristen insgesamt in dieser Welt. Egal welcher Religionszugehörigkeit.
Die Zahlen gehen in die Millionen. Nehmen sie einfach den ersten Irak Krieg und den 2. Irak krieg, den ersten Afghanistan Krieg und den Zweiten Afghanistan Krieg und die Million ist locker überschritten. Ich erspare mir einfach mal die restlichen Aufzählungen.
Und der Dialog mit den Christen um den Isalm solonfähig zu machen ist eine Unnötige Äußerung. Sie ist bereits Solonfähig. Falls es ihnen nicht aufgefallen sein sollte sie gehört zu den drei Weltreligionen.
Was ihre Zwangsverschleierungsargument angeht. Fragen sie doch mal eine der Verschleierten Damen ob sie sie freiwillig tragen oder ob sie dazu gezwungen wurde. Ich behaupte locker, dass 99 Prozent der in Europa lebenden sich den schleier freiwillig überziehen.
im Übrigen mag es durchaus Gruppen geben, die eine extrem Strenge Auslegung des Islam Predigen. Genau die gilt es aber zu untergraben und zu überbieten im Kampf für einen Toleranten Islam. Sie müssen sich vor Augen halten, dass es im Islam keinen
Papst gibt, der die religiöse Auslegung vorgibt. Diese werden in den Hinterhöfen von sich selber als den Wahren Islam predigend bezeichnenden Menschen vorgenommen. Hunderte Auslegungen und hunderte Risiken. Davon sind einige höchstwahrscheinlich gefährlicher Natur andere wiederum Streng Religiös aber ohne verfassungsfeindlicher Gesinnung. Durch den Moscheen bau in Köln bietet sich nun die Möglichkeit diese Menschen aus den Hinterhöfen der streng Religiösen selbsternannten Moscheen rauszulocken und einer für die Öffentlichkeit auch sichtbaren gemäßigteren Predigern zuzuführen. Gerade die Prächtigkeit der Moschee wird es sein, die dieser Moschee seinen Status als Gotteshaus verleiht und den Möchtegern Predigern aus den Hinterhöfen den Boden wegzieht.
Was ist der Islam?
Mohammed war nach den Aussagen seiner Zeitgenossen auch besessen und zuerst in den Teufel verliebt. Dies ist übrigens eine islamische Überlieferung und keine europäische oder gar christliche Erfindung.
Und inspirierte Geister unter den Theosophen haben vor 100 Jahren schon behauptet, der Islam sei eine falsche Religion, welche Mohammed vom Widersacher (=Satan) eingegeben wurde, um die Seelen zu täuschen. Diese Religion sei gefährlich auf der übernatürlichen Ebene, weil sie die Seelen in die Hölle führe; aber auch auf der natürlichen Ebene durch ihre moralischen Folgen wie Polygamie, Knechtschaft der Frauen etc.
Die Propaganda vom sympathischen u. harmlosen Islam, wäre insbesondere für alle christlichen Länder Europas ein "trojanisches Pferd".
Der Islam (d.h.: Unterwerfung - im Gegensatz zur Liebe im Christentum) macht zu gegebener Zeit auch aus jedem jetzt noch friedlichen Muslim ein "Werkzeug", um möglichst viele Menschen "dem Glauben Allahs" zu unterwerfen. Desweiteren ist die demographische Unterwerfung Europas beabsichtigt ( in Frankreich ist das in ca. 35 Jahren erreicht !)
Den christlichen Geistlichen empfehle ich dringend, bei ihrer jeweiligen Zentrale ein Dossier über den Islam einzuholen!!!
Bei einem Trojaner auf dem eigenen PC weis wohl jeder, was zu tun ist ...
"Klipp und klar", so einfach sind die Dinge nicht! Man sollte in seinem Urteil über den Islam nicht allein die negativen Schlagzeilen der Medien beachten.
Der Islam ist keineswegs allein Terror und Gewalt, wie du das beschreibst. Der Islam beruht auf dem Koran, einer Schrift mit mehreren hundert Seiten, aus denen sich Gewalt, Intoleranz und Unterdürckung ebenso rechtfertigen lassen, wie ihr Gegenteil. Es gibt unzählige Muslime, die Gewalt ablehenen und für einen offenen, friedlichen Islam eintreten.
Wäre es nicht absurd, wenn wir ihnen erklären wollten, dass sie ihre Religion falsch verstanden haben, da in Wahrheit das Wesen des Islam Hass und Gewalt sei? Eine Religion ist immer nur das, was ihre Anhänger daraus machen. Wenn sich in Europa Vorbeter finden, die für Dialog, Toleranz und Integration eintreten, sollten wir ihnen die Hand reichen und ihre Worte nicht pauschal der Lüge bezichtigen.
Zu "Humphrey" nur ein kurzer Kommentar: Die Muslime sind nicht nach Europa gekommen, um den Islam zu verbreiten, sondern weil wir sie als Gastarbeiter hierher geholt haben. Wenn sie Moscheen bauen, dann weil sie darin beten wollen, nicht um uns zu unterwerfen. Natürlich gibt es im Islam Bestrebungen zur Mission. Doch es ist letztlich jedem Einzelnen überlassen, ob er sich davon überzeugen lässt.
Selbstverständlich sollen und können bei uns in Deutschland alle Religionen auch ihre Gotteshäuser bauen.
Sich zu seiner Religion bekennen zu können und sie auch öffentlich sichtbar zu praktizieren ist ein Bürgerrecht.
Und- man muss mal wieder an die alte preußische Toleranz erinnern: "Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sie ausüben, ehrliche Leute sind; und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das land bevölkern, so wollen wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen." (Friedrich II. von Preußen).
Zitat: "Wäre es nicht absurd, wenn wir ihnen [den Moslems] erklären wollten, dass sie ihre Religion falsch verstanden haben, da in Wahrheit das Wesen des Islam Hass und Gewalt sei?"
Genau dieses absurde Argument bringen aber die Imame im deutschen Fernsehen, wenn man ihnen die Gewalt-Suren im Koran vorhält: Dann hat man den Koran "falsch verstanden". Nur scheinen ziemlich viele Moslems, den Koran auf die gleiche Art und Weise "falsch" zu verstehen.
Ich wünschte, der Islam wäre wirklich so harmlos. Ich kann das aber nirgendwo erkennen. Moscheen sind übrigens keine "Gotteshäuser", wie sie Christen sehen, sondern u.a. Stützpunkte im "Heiligen Krieg".
Aus einer Erdogan-Rede von 1998: “Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.”
Wie soll man das falsch verstehen?
Nur ein kurzer Kommentar zu dem Zitat von Erdogan: Eine rasche Internetrecherche ergibt, dass dieses Zitat ausschließlich in rechten Foren und Blogs zu finden ist. Kein seriöses Medium hat es bisher übernommen.
In aller Regel wird verschwiegen, dass die Passage von einem türkischen Dichter stammt, den Erdogan in seiner Rede lediglich zitierte. So steht es zumindest bei der SVP - besonderer Zuneigung zum Islam eigentlich unverdächtig.
Siehe SVP: http://www.svp.ch/index.html?page_i...
Was Erdogan mit diesem Zitat aussagen wollte, bleibt also offen. Ich will hier durchaus nicht bestreiten, dass Erdogan teils islamistische Positionen vertreten hat, doch etwas Vorsicht wäre bei solchen Zitaten schon geboten.
um wieder etwas auf den kern der diskussion zurückzukommen:
in deutschland herrscht nach der verfassung, dem grundgesetz, religionsfreiheit. das haben muslime wie andersgläubige und auch atheisten zu akzeptieren.
ist es juden und christen erlaubt gotteshäuser zu errichten, muss dieses recht im zuge der freien religionsausübung auch den muslimen zugestanden werden - und zwar ohne einschränkungen
als argumentation gegen diesen bau lese ich immer nur argumente gegen den islam. was an sich schon bedenklich wäre ist hier also zudem fehl am platz.
nachdem ich zwei jahre lang in einer katholischen klösterlichen schule war trete ich nun aus aus der kirche, alle fünfzehn minuten durch unüberhörbares glockengeläut erinnert an die verfehlungen der eigenen vergangenheit. wer sich hier stark macht für traditionell abendländische kultur, wie etwa dem christentum, der sollte sich zunächst erst mal intensiv mit deren "werten" auseinandersetzen und sich nicht auf sein meinen und sein gefühl verlassen.
ich wünsche der islamischen gemeinde in köln gutes gelingen und es würde mich freuen wenn neben dem dom auch eine moschee von der kulturfähigkeit der menschen und der bestrebung nach einem positiven leben in der ehrfurcht Eines Gottes zeugen würde.
Wenn ihr den Koran liest, dann sieht ihr erst wie Tolerant der Islam ist und nicht, was in manchen islamischen Ländern so los ist.
Viele wissen zu wenig über dem Islam und erzählen einfach nur Müll.
Ein Großteil der Religionswissentschaftler (die im gegensatz zu euch alle 3 heiligen Bücher > Tora, Bibel und Koran) meinen sogar das der Islam die toleranteste Religion ist.
Der Islam wird nur von vielen falsch ausgeübt und missbraucht und so entstehen halt Vorurteile.
toujours oui je suis daccord :)
tout passe tout lasse sauf... :)
essayez encore une fois
ya pas que ca dans la vie quand meme!!!
on ne sait pas ce que nous cache lavenir
c une facons de voir les choses masi ce n est ps la seule!!!