Kalisch und die Freiheit der Lehre
Der Koordinationsrat der Muslime hat seine Kooperation mit Muhammad Sven Kalisch aufgekündigt. Der Professor an der Universität Münster hatte die Existenz des Propheten Muhammads in Zweifel gezogen. Für einen Forscher ist dies fraglos zulässig. Nur ist Kalisch für die Ausbildung von Islamkundelehrern zuständig.
Samstag, 13. September 2008
Bereits als Muhammad Sven Kalisch vor vier Jahren seine Stelle am Centrum für Religiöse Studien der Universität Münster antrat, um die erste deutsche Professur zur Ausbildung von Lehrern für das Schulfach Islamkunde zu übernehmen, galt er manchen Muslimen als zu liberal. Heute dürften sich seine Kritiker in dieser Einschätzung bestätigt fühlen. Der Koordinationsrat der Muslime, der im Beirat des Instituts zur Abstimmung der Lehrinhalte vertreten war, hat kürzlich seine Kooperation mit Kalisch aufgekündigt, da der Islamwissenschaftler Zweifel an grundsätzlichen Lehren des Islam geäußert hatte.
Man könne Studenten ein Studium am Institut nicht länger empfehlen, erklärte der Sprecher des islamischen Dachverbands, Ayuub Axel Köhler, da eine Diskrepanz „zwischen den Grundsätzen der islamischen Lehre und den veröffentlichten Positionen“ von Kalisch bestehe. Der Hintergrund: Der mit 15 Jahren zum Islam konvertierte Deutsche hat wiederholt Zweifel an der Existenz Muhammeds geäußert. Es gebe keinen Beweis dafür, dass es sich bei dem Propheten um eine historische Figur handele, hatte er erklärt und zudem die traditionelle Überlieferung der Entstehung des Korans in Zweifel gezogen.
Der Islam ohne Muhammad ist wie das Christentum ohne Christus
Angesichts des Rückzugs des KRM hat Kalisch sich enttäuscht über die mangelnde Bereitschaft des Verbandes gezeigt, sich der Herausforderung einer historisch-kritischen Analyse des Islams zu stellen. Er wolle die Studenten zu kritischem Denken erziehen. Zudem müsse man akzeptieren, wenn in der Forschung überlieferte Überzeugungen in Frage gestellt werden. Zustimmung hat er darin von Gudrun Krämer erhalten. Zugleich hat die Berliner Islamwissenschaftlerin jedoch auch Verständnis für die Haltung des KRM geäußert, da Kalisch nicht allein Forscher sei.
Genau hier liegt das Problem. Als Islamwissenschaftler kann Kalisch niemand verbieten, die Grundsätze des Islam in Frage zu stellen. Wenn er aber Islamkundelehrer ausbildet, die später an der Schule den Islam vermitteln sollen, kann er schlecht in dieser Weise von der islamischen Lehre abweichen. Es ist eine Sache, wenn er seine Studenten mit bestehenden Zweifeln an der islamischen Lehre vertraut macht. Eine andere ist es, wenn er diese selber vertritt. Die Existenz Muhammads anzuzweifeln, berührt den Kern des Islams. Der Islam ohne Muhammad ist etwa so wie das Christentum ohne Christus.
Auch die katholische Kirche sanktioniert es, wenn Theologen vom offiziellen Dogma abweichen. Und das bereits bei weit geringeren Divergenzen als im Falle Kalischs. Dem KRM kann daher schlecht ein Mangel an Toleranz vorgeworfen werden. Vielmehr scheint Kalisch auf der falschen Stelle zu sein. Ein Lehrstuhl zur Ausbildung von Lehrern kann sich nicht von allen Vorgaben frei machen. Krämer hat gesagt, die beste Lösung wäre es, Kalisch als reinen Islamwissenschaftler am Institut zu behalten und die Ausbildung der Lehrer einer anderen Person zu geben. Dem ist wohl zuzustimmen.
Comments
Der tut mir leid. Die Hölle wartet auf ihn. Er versucht wissenschaftlich bewiesene Sachen zu ignorieren. Der ist kein Muslim, sondern ein schlimmer obergrosser KAFIR. Jemand der Muslim ist, glaubt an GOTT als den einzig anzubetenden GOTT und an Muhammed als Seinen letzten Propheten. Wer mit Religion spielt, der wirds schwer habe im Jenseits. Ewige Hölle.
Ich wundere mich wie jemand Islamwissenschaftler sein kann, wenn er selber nicht an alles glaubt was mit Islam zu tun hat. Das ist idiotisch und blöd. Und wie kann so einer Islam unterrichten? Das ist wirklich bescheuert.
Ihr müsst endlich kapieren um was es bei den Religionen geht. RELIGION, also DIN, das ist von GOTT vorgeschrieben Lebensweise. Ihr könnt nicht mit dem rumspielen.
Islam unterrichten kann nur jemand, der davon überzeugt ist, und grosse Liebe für ALLAH hat,und der seine Aufgabe erfüllen will.Nämlich DAWA machen,alle zum einzig wahren Weg einladen.
Was sagt denn der kluge Mann da oben, über die wissenschaftlichen Voraussagen die im Kuran vor mehr als 1400 Jahren stehen und ders vor kurzem entdeckt und bestätigt wurden? KURAN IST MUTAWATIR und was im Kuran steht das ist 100% richtig,und Muhammed steht im Kuran auch.. Hat das Khalisch nicht gesehen? dann soll er sich eine Brille kaufen..
Measselam
Hier zeigt sich wieder einmal, dass Wissenschaft und religiöser Glaube sich eigentlich ausschließen. Die christlichen Kirchen hatten gute Gründe, freie Wissenschaft über Jahrhunderte zu unterdrücken. Wissenschaft ist das mächtigste vom Menschen entwickelte Instrument zur Suche nach empirischer Wahrheit, und sie hat schon so manche scheinbare religiöse Gewissheit umgestoßen. Die Kreationismus und geozentrisches Weltbild sind nur zwei Beispiele für religiöse Irrlehren, die durch Wissenschaft widerlegt wurden, und die zuvor als von Gott diktierte Wahrheit dargestellt wurden. Religiöse Menschen müssen sich fragen: Würde Gott Fehler in seine Offenbarung einbauen, oder sind die Fehler nicht der Beweis dafür, dass die Offenbarung nicht von Gott stammt, sondern von Menschen gemacht wurde? Religiöse Menschen aller Religionen haben zurecht Angst davor, was noch widerlegt werden wird.
Selam...
Wenn man die Kommentare liest weiß man warum Kalisch als der große "liberale Reformator" auf die die westl. Wlet gewartet hat, dargestellt wird.
Ihr tut Prof. Muhammed Kalisch unrecht, wenn ihr ihn als "Kafir" bezeichnet. Das ist er sicher nicht und wer seid ihr dass ihr einen Menschen der sich selbst als Muslim sieht, aus dem Kreis der Glaubensgemeinschaft ausschließt?
Pfui, schämt euch!!!
Auch idiotische Kommentare, wie:" Wissenschaft und Glaube lasse sich nicht vereinbaren" kann man sich sparen, denn Wissenschaft heißt nichts anderes als sein "von Gott gegebenes Gehirn zu nutzen".
Prof. Muhammed Kalisch benötigt meine Verteidigung nicht, vor allem nicht wegen einer wissenschaftl. These. dass bedeutet nicht dass er verlangt, alle Muslime der Welt sollen ihre Dogmen und altbewehrte Glaubensätze fallen lassen.
Der ZMD ist auch nicht der böse Islamistische Institution dass mit aller Kraft versucht wissenschaftl. Freiheiten zu begrenzen.
Übrigens, hätte die These ein christl. Theologe geführt, Sprich: Leugnung des historischen Jesus, hätte dieser sofort seine Stellung verloren, noch heute ist es nicht erlaubt dass Mitarbeiter in zBsp.:katholischen Kindergärten, sich entgegen der katholischen Lehre verhält, Konsequenz: Kündigung.!
Daher sollte man aufhören diese Debatte medial auszuschlachten, auch wenn dass nur zu sehr verlockt, die Schlagzeilen sind gesäumt mit Sprüchen wie der:"Liberale Reformator" versus "Konservativen Dogmenpauker".
Je Schneller man diese Phase überwunden hat, desto schnellder kann man sich dem Thema Inhaltlich auseinandersetzen.
Vielen Dank.